Günstige Wohnungen unter 5 Euro pro Quadratmeter? In diesen Städten ist das möglich

Günstige Wohnungen sind in Deutschland Mangelware und häufig genug vertreiben die geforderten Mietpreise viele Wohnungsinteressenten. Wo lässt es sich noch günstig wohnen?

Hilfe, günstige Wohnungen gibt es nicht mehr!

Zumindest ließe sich dieser Eindruck angesichts steigender Mietpreise gewinnen. Es scheint mittlerweile ein Ding der Unmöglichkeit zu sein, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Selbst diejenigen, die sich auf wenige Zimmer beschränken, finden kaum Immobilien zu günstigen Preisen. Auf einen Bonus wie den Balkon verzichtet man mittlerweile schon dankend.

Wo kostet das Wohnen besonders viel?

München scheint den ersten Rang nicht abgeben zu wollen und hat wie in vielen Bereichen die Nase vorn. Leider auch bezogen auf die Mieten und so findet hier ein Interessent garantiert keine günstigen Wohnungen. Besonders teuer ist die Wohnung mit nur einem Zimmer, diese kostet im Durchschnitt 21,80 Euro.

Eine Wohnung, die über drei Zimmer verfügt, ist geringfügig günstiger und liegt derzeit bei durchschnittlich 19,87 Euro. Dabei sind diese Preise natürlich auf den Quadratmeter bezogen! Für ganz München und alle Wohnungsgrößen werden Durchschnittsmieten von 20,32 Euro angegeben.

Doch München ist nicht allein ein teures Pflaster, auch Hamburg, Frankfurt am Main und Stuttgart präsentieren sich als eher mieterunfreundlich. Zumindest auf die Preise bezogen, die zwischen 17,66 und 16,84 Euro pro Quadratmeter liegen.

München scheint den ersten Rang nicht abgeben zu wollen und hat wie in vielen Bereichen die Nase vorn.  ( Foto: Shutterstock-S-F)

München scheint den ersten Rang nicht abgeben zu wollen und hat wie in vielen Bereichen die Nase vorn. ( Foto: Shutterstock-S-F)

Die folgende Tabelle zeigt eindrucksvoll, wie hoch die Preise auf den vorderen Rängen sind und wie groß die Unterschiede zu den niedrigeren Plätzen:

Mietspiegel Deutschland 2020

Günstige Wohnungen?
Quadratmeterpreise von Ein‑, Zwei‑ und Dreizimmerwohnungen
in den größten deutschen Städten
Stadt 1-Zimmer 2-Zimmer 3-Zimmer Mittel
Hamburg 22,29 Euro 17,08 Euro 17,07 Euro 17,66 Euro
München 21,80 Euro 20,17 Euro 19,87 Euro 20,32 Euro
Frankfurt am Main 20,88 Euro 17,13 Euro 15,74 Euro 17,08 Euro
Stuttgart 20,02 Euro 16,66 Euro 16,58 Euro 16,84 Euro
Karlsruhe 19,88 Euro 13,51 Euro 11,80 Euro 14,62 Euro
Köln 17,69 Euro 14,31 Euro 12,98 Euro 14,74 Euro
Düsseldorf 13,60 Euro 12,57 Euro 12,30 Euro 12,67 Euro
Berlin 12,51 Euro 15,17 Euro 16,66 Euro 15,08 Euro
Dresden 11,86 Euro 7,99 Euro 9,11 Euro 9,65 Euro
Mönchen-Gladbach 11,75 Euro 8,24 Euro 7,84 Euro 8,95 Euro
Bielefeld 11,74 Euro 9,57 Euro 8,56 Euro 9,51 Euro
Bremen 11,18 Euro 9,83 Euro 9,20 Euro 10,06 Euro
Dortmund 9,86 Euro 8,33 Euro 8,48 Euro 8,89 Euro
Essen 9,40 Euro 6,89 Euro 7,27 Euro 7,85 Euro
Leipzig 9,25 Euro 7,83 Euro 8,20 Euro 8,42 Euro
Bochum 8,92 Euro 7,32 Euro 8,14 Euro 8,07 Euro
Duisburg 8,83 Euro 6,39 Euro 6,17 Euro 7,01 Euro
Gelsenkirchen 7,77 Euro 6,80 Euro 6,23 Euro 6,93 Euro
Wuppertal 7,45 Euro 7,14 Euro 7,34 Euro 7,31 Euro
Chemnitz 5,30 Euro 4,93 Euro 4,93 Euro 5,05 Euro
Mittelwert 12,80 Euro 11,93 Euro 11,62 Euro 12,04 Euro
Quelle

Video: Miete frisst immer mehr vom Einkommen | Panorama | NDR

Wie teuer ist es im Speckgürtel?

Wer nun meint, es wäre eine clevere Idee, doch einfach in den Speckgürtel auszuweichen, muss enttäuscht werden. Denn auch die Randgebiete von München, Hamburg oder Stuttgart werden immer teurer. Wer hier günstige Wohnungen mieten möchte, muss bei der Suche möglichst viel Zeit einplanen und darauf achten, bei Besichtigungen möglichst zuerst vor Ort zu sein.

Ob der gute erste Eindruck allerdings immer zählt oder ob nicht doch der Interessent, der eine höhere Miete anbietet, in die engere Wahl kommt, sei einmal dahingestellt. Generell gilt, dass der Preis für einen Quadratmeter Wohnfläche fröhlich am Steigen ist und dass auch die Mietpreisbremse in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern nur allzu häufig umgangen wird bzw. keine Chance bekommt, wirklich zu wirken.

Wie hoch darf die Miete sein?

Experten raten, dass die Miete nur maximal 30 Prozent des Einkommens eines Haushalts betragen sollte, da somit noch genug zum Bestreiten der übrigen Lebenshaltungskosten übrig sein dürfte. Doch weit gefehlt! Inzwischen betragen die Mietzahlungen teilweise schon 50 Prozent des Haushaltseinkommens, wodurch die Gefahr der Verschuldung wächst.

Wer dann seine Miete nicht zahlen kann, riskiert die fristlose Kündigung. In Zeiten einer besonderen Krise wird mancher Vermieter vielleicht die Stundung der Wohnungsmieten anbieten, doch meist hilft nur die Suche nach einer neuen Bleibe.

Günstige Wohnungen kann man tatsächlich noch in Chemnitz zu mieten. ( Foto: Shutterstock-Tupungato )

Günstige Wohnungen kann man tatsächlich noch in Chemnitz zu mieten. ( Foto: Shutterstock-Tupungato )

Juhu! Günstige Wohnungen gibt es doch!

Ein ähnlicher Aufschrei dürfte von manchem Mietinteressenten zu hören sein, der günstige Wohnungen sucht und sie doch endlich findet. Vor allem die Grenzregion im Osten Deutschlands bzw. überhaupt die ostdeutschen Bundesländer warten mit niedrigen Preisen auf, die die mangelhafte Infrastruktur in den Orten schon fast vergessen lassen.

Aber nur fast, denn mancherorts dürfen erhöhte Fahrtkosten zur nächsten Stadt gleich auf den zu erwartenden Mietpreis aufgerechnet werden, wenn ein angemessener Vergleich verschiedener Mietangebote vorgenommen werden soll.

Wo finden sich günstige Wohnungen in Deutschland?

Günstige Wohnungen finden sich vor allem in Chemnitz, Gelsenkirchen, Duisburg und Wuppertal, um die günstigsten vier Städte aus der oben genannten Tabelle zu wählen. Ein Quadratmeter Wohnfläche ist in Chemnitz bereits für 5,05 Euro zu mieten. Für eine Wohnung, die nur zwei oder drei Zimmer hat, zahlen Mieter sogar weniger als fünf Euro!

Auch die Orte, die entlang der polnischen Grenze bzw. im Grenzbereich liegen, sind sehr günstig. Die Verkehrsanbindung kann allerdings seltener derart beschrieben werden, teilweise fährt der ÖPNV nur einmal täglich (an Werktagen und außerhalb der Ferienzeiten) in die nächste Stadt, von der aus dann die Bahn als weiteres Verkehrsmittel unterwegs ist.

Frankfurt/Oder ist besser angebunden und bietet Preise für durchschnittlich 6,06 Euro für einen Quadratmeter Wohnfläche. Somit gilt als Faustregel: Wer in den ländlichen Regionen oder außerhalb des Speckgürtels von Berlin, Hamburg oder Dresden ein Zimmer oder eine Wohnung mieten möchte, findet durchaus bezahlbare Angebote.

In Baden-Württemberg und Bayern gilt diese Faustregel nur eingeschränkt, denn dort sind sogar die ländlichen Regionen teurer.

Günstige Wohnungen auch in Gelsenkirchen noch zu bekommen ( Foto: Shutterstock -Opterix)

Günstige Wohnungen auch in Gelsenkirchen noch zu bekommen ( Foto: Shutterstock -Opterix)

Wie lassen sich günstige Wohnungen finden?

Wer günstige Wohnungen finden möchte, sollte sich unbedingt die Mietspiegel für die jeweilige Stadt ansehen. Dort sind durchschnittliche Preise zu finden, die natürlich im Einzelfall dennoch höher sein können.

Wichtig:
Die Mietpreisbremse besagt, dass die verlangte Miete nicht höher als 10 Prozent über dem regionalen Durchschnittspreis liegen darf. Ob dies im Einzelfall eingehalten wird oder nicht, ist nur durch genaue Recherche im Rahmen der Suche nach passenden Immobilien einschätzbar.

Grundsätzlich gehören zu den günstigen Städten bzw. Städten, die günstige Wohnungen bieten, auch Halle an der Saale, Bremerhaven, Duisburg und Hannover. Auch in diesen Städten ist der Preis für einen Quadratmeter Wohnfläche teilweise mit weniger als fünf Euro angegeben, wobei es sich meist um eher einfache Immobilien ohne Zusatzausstattung (Balkon o. ä.) handelt.

Günstige Wohnungen sind nur durch eine genaue Recherche zu finden. ( Foto: Shutterstock-_Sina Ettmer Photography )

Günstige Wohnungen sind nur durch eine genaue Recherche zu finden. ( Foto: Shutterstock-_Sina Ettmer Photography )

Häufig gestellte Fragen: Wie finde ich günstige Wohnungen?

Günstige Wohnungen sind nur durch eine genaue Recherche zu finden. Außerdem sollte die Entwicklung der Wohnungsmieten im Auge behalten werden, denn die Mietpreise entwickeln sich je nach Stadt unterschiedlich.

Wie ist der Wohnungsmarkt in einer Stadt?

Der Wohnungsmarkt in einer Stadt kann nur über die Nutzung des örtlichen Mietspiegels beurteilt werden. Außerdem sind Analysen des Statistischen Bundesamtes hilfreich.

Des Weiteren zeigen verschiedene Wohnungsbörsen Verläufe der durchschnittlichen Mietpreise einer Stadt. Anhand dieser Verläufe und Statistiken lässt sich erkennen, ob der aktuelle Wohnungsmarkt auf Talfahrt ist oder ob die Preise gerade anziehen.

Was mache ich, wenn die Wohnung zu teuer ist?

Wenn die Wohnung zu teuer ist, kann der Preis beim Vermieter angesprochen werden. Wichtig ist dafür aber, dass ein Vergleich der Mietpreise vorliegt und dass bekannt ist, wie hoch die Miete für den Vormieter war.

Wurde im Vergleich zu dieser Miete bei den aktuellen Forderungen ein Aufschlag von mehr als 10 Prozent getätigt, ist es wichtig, herauszufinden, ob die Mietpreisbremse hier angesetzt werden kann. Teilweise sind auch Wohnungen, die nur wenige Querstraßen weiter liegen, schon deutlich günstiger.

Zuguterletzt kann auch mit dem Vermieter verhandelt werden. Eventuell ist es möglich, als Mieter einzelne Leistungen zu übernehmen, die eigentlich dem Vermieter obliegen. Ein Beispiel dafür sind im Mietvertrag vereinbarte Reparaturen in kleinerem Umfang. Werden diese selbst übernommen, kann die Miete eventuell niedriger werden. Dies ist allerdings Verhandlungssache.

Das Bundesland mit den günstigsten Wohnungen ist Brandenburg wobei es sich den Platz mit Mecklenburg-Vorpommern teilt. ( Foto: Shutterstock-Pani Garmyder)

Das Bundesland mit den günstigsten Wohnungen ist Brandenburg wobei es sich den Platz mit Mecklenburg-Vorpommern teilt. ( Foto: Shutterstock-Pani Garmyder)

Welches Bundesland bietet besonders günstige Wohnungen?

Das Bundesland mit den günstigsten Wohnungen ist Brandenburg, wobei es sich den Platz mit Mecklenburg-Vorpommern teilt. Mecklenburg-Vorpommern hat allerdings noch den Vorteil, dass die Ostseeregion mehr und mehr zum Urlaubsgebiet und auch die Mecklenburger Seenplatte immer stärker besucht wird.

Damit ziehen hier die Preise an und lassen die Durchschnittsmieten nach oben gehen. Brandenburg kann nicht mit derartigen Touristenzielen aufwarten und die Mietpreise bleiben dafür etwas niedriger.

Möglich ist es auch, zum Beispiel eine Förderung von Wohneigentum zu beantragen, was unter anderem in NRW angeboten wird. Wird die Miete auf Dauer zu teuer, können die eigenen vier Wände dank dieser Förderung leichter erworben und Träume von Häuschen mit Garten und Balkon eher realisiert werden.

Wann bezahlt man für Wohnung am wenigsten?

Am wenigsten bezahlt man für Wohnungen, wenn gerade keine „Umzugssaison“ ist. Das ist im späten Herbst und Winter der Fall, denn angesichts des schlechten Wetters versuchen viele Menschen, einen Umzug zu vermeiden.

Im Frühling und Sommer hingegen ziehen viele Leute um, was wiederum die Preise bei Umzugsfirmen nach oben drückt. Vor allem der Spätsommer ist besonders teuer, denn hier kommen noch die Schulabgänger und Studienabsolventen hinzu, die sich nach Ihrer Ausbildung eine Ausbildungsstelle bzw. einen Job gesucht haben und nun an den Ort Ihrer Tätigkeit ziehen.

Im Winter sind auch die Mietpreise am niedrigsten, eben weil in dieser Zeit kaum jemand umziehen möchte.

Video: Bis zu € 48.000 Einkommen – Anspruch auf Wohnberechtigungsschein | BAUEN & WOHNEN

Wofür dient der Wohnberechtigungsschein?

Der Wohnberechtigungsschein dient dem Finden von Sozialwohnungen. Diese sind bei der Stadtverwaltung registriert und können auch hier beim zuständigen Sachbearbeiter beantragt werden.

Der Inhaber des Scheins hat Anspruch auf eine Wohnung, die als Sozialwohnung deklariert ist. Mit dem Wohnberechtigungsschein werden besondere Personengruppen unterstützt, zu denen beispielsweise alleinerziehende Mütter, Behinderte oder Arbeitslose gehören.

Im ländlichen Raum gibt es diese Wohnungen ebenfalls, sie zeichnen sich hier durch besonders niedrige Mieten aus. Allerdings sind diese Wohnungen schlechter erreichbar, weil die Infrastruktur weniger gut ausgebaut ist. Auskunft zum Wohnen mit Wohnberechtigungsschein gibt das zuständige Amt bei der örtlichen Stadtverwaltung.

Die Frage, in welchem Land Immobilien am günstigsten sind, ist sicherlich für alle die interessant, die ihren Suchradius ein weniger weiter stecken und die auch gewillt sind, ins Ausland zu gehen. ( Foto: Shutterstock-_Viacheslav Lopatin  )

Die Frage, in welchem Land Immobilien am günstigsten sind, ist sicherlich für alle die interessant, die ihren Suchradius ein weniger weiter stecken und die auch gewillt sind, ins Ausland zu gehen. ( Foto: Shutterstock-_Viacheslav Lopatin )

In welchem Land sind Immobilien am günstigsten?

Die Frage, in welchem Land Immobilien am günstigsten sind, ist sicherlich für alle die interessant, die ihren Suchradius ein weniger weiter stecken und die auch gewillt sind, ins Ausland zu gehen. Es geht hier allerdings weniger um die Mietpreise als vielmehr um Kaufpreise.

In Russland und Ungarn sind diese besonders niedrig, der Quadratmeter kostet hier nur wenig über 1.100 Euro. In den Gebieten außerhalb der Großstädte liegen die Immobilienpreise sogar bei nur 1000 Euro pro Quadratmeter.

Diese Preise kann Deutschland jedoch sogar noch toppen: Im Landkreis Prignitz in Brandenburg kostet der Quadratmeter Bauland weniger als 500 Euro, auch im Rhein-Lahn-Kreis gestalten sich die Grundstückspreise ähnlich.

Was kann ein Mieter machen, wenn er die Miete für günstige Wohnungen nicht mehr zahlen kann?

Wer als Mieter die Miete nicht mehr zahlen kann, muss schleunigst eine Lösung finden. Denn schon das Einbehalten eines Teils der Miete oder gar das gänzliche Nichtzahlen kann zur fristlosen Kündigung seitens des Vermieters berechtigen. Die meisten Vermieter lassen jedoch mit sich reden und stimmen einer Stundung zu.

Meist werden derartige Vereinbarungen allerdings schriftlich festgehalten und sind in jedem Falle bindend. Wer als Mieter seiner Zahlungspflicht dann wieder nicht nachkommt, muss mit juristischen Schritten und der besagten Kündigung rechnen.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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