Billige Wohnungen kosten teilweise unter 5 Euro pro m²? Aber nur in diesen Städten!

Mietinteressenten können einfach identifiziert werden: Schreckerstarrte Gesichter blicken auf eine Summe, die monatlich an den Vermieter zu entrichten ist. Billige Wohnungen sind in Köln, Berlin oder Hamburg kaum noch zu finden.

Billige Wohnungen: In vielen Regionen nicht mehr vorhanden

Wer in München, Hamburg oder Berlin billige Wohnungen sucht, wird bitter enttäuscht. So etwas gibt es dort schon lange nicht mehr! Der Mietendeckel soll zumindest in Berlin ein wenig Entspannung schaffen, doch in der Realität ist die Lage noch weit entfernt davon. Bei der Suche nach einer Wohnung stellt sich oft heraus, dass mindestens die Hälfte des monatlichen Einkommens berappt werden muss.

Wo ist das Wohnen besonders teuer?

Allgemein sind es vor allem die Metropolen wie Hamburg, Frankfurt am Main, München und Stuttgart, in denen Wohnungen sehr teuer sind. In München kosten drei Zimmer 19,87 Euro/m², in Hamburg immerhin noch 17,07 Euro/m². Interessant: In Frankfurt am Main ist eine Wohnung mit drei Zimmern günstiger als in dem zweitplatzierten Hamburg, dafür sind zwei Zimmer wieder deutlich teurer.

Insgesamt kommt Frankfurt damit auf den dritten Platz der teuersten Städte Deutschlands. Der Sprung zu Berlin ist groß, denn hier kostet eine Wohnung im Durchschnitt fünf Euro/m² weniger als in München. Knapp darunter liegt Köln, wobei hier besonders eine Wohnung mit einem Zimmer sehr teuer ist (17,69 Euro/m²; im Vergleich dazu Berlin: 12,51 Euro/m²).

Die hohen Mieten sind demnach nicht für jede Wohnungsgröße gleichermaßen anzusetzen und die Aussage, dass eine Wohnung in Stadt xy besonders teuer ist, muss in Relation zur Anzahl der Zimmer gesetzt werden.

Billige Wohnungen?
Quadratmeterpreise von Ein‑, Zwei‑ und Dreizimmerwohnungen
in den größten deutschen Städten
Stadt 1-Zimmer 2-Zimmer 3-Zimmer Mittel
Hamburg 22,29 Euro 17,08 Euro 17,07 Euro 17,66 Euro
München 21,80 Euro 20,17 Euro 19,87 Euro 20,32 Euro
Frankfurt am Main 20,88 Euro 17,13 Euro 15,74 Euro 17,08 Euro
Stuttgart 20,02 Euro 16,66 Euro 16,58 Euro 16,84 Euro
Karlsruhe 19,88 Euro 13,51 Euro 11,80 Euro 14,62 Euro
Köln 17,69 Euro 14,31 Euro 12,98 Euro 14,74 Euro
Düsseldorf 13,60 Euro 12,57 Euro 12,30 Euro 12,67 Euro
Berlin 12,51 Euro 15,17 Euro 16,66 Euro 15,08 Euro
Dresden 11,86 Euro 7,99 Euro 9,11 Euro 9,65 Euro
Mönchen-Gladbach 11,75 Euro 8,24 Euro 7,84 Euro 8,95 Euro
Bielefeld 11,74 Euro 9,57 Euro 8,56 Euro 9,51 Euro
Bremen 11,18 Euro 9,83 Euro 9,20 Euro 10,06 Euro
Dortmund 9,86 Euro 8,33 Euro 8,48 Euro 8,89 Euro
Essen 9,40 Euro 6,89 Euro 7,27 Euro 7,85 Euro
Leipzig 9,25 Euro 7,83 Euro 8,20 Euro 8,42 Euro
Bochum 8,92 Euro 7,32 Euro 8,14 Euro 8,07 Euro
Duisburg 8,83 Euro 6,39 Euro 6,17 Euro 7,01 Euro
Gelsenkirchen 7,77 Euro 6,80 Euro 6,23 Euro 6,93 Euro
Wuppertal 7,45 Euro 7,14 Euro 7,34 Euro 7,31 Euro
Chemnitz 5,30 Euro 4,93 Euro 4,93 Euro 5,05 Euro
Mittelwert 12,80 Euro 11,93 Euro 11,62 Euro 12,04 Euro
Quelle

Video: Seifhennersdorf

In welchen Regionen gibt es keine billigen Wohnungen?

Billige Wohnungen sind nicht nur in den Metropolen ein Wunschtraum, der sich in naher Zukunft nicht verwirklichen lassen wird. Auch die Randgebiete der Großstädte sind hiervon betroffen. Der Speckgürtel von Berlin oder Köln wird mehr und mehr zum Anziehungspunkt, denn die Menschen wollen vermehrt raus aus der Stadt.

Gleichzeitig wollen sie aber die Annehmlichkeiten der Großstadt auch weiterhin genießen und wünschen sich eine gute Anbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Das wiederum ist im ländlichen Raum nicht zu realisieren.

Die Folge daraus: Die Menschen bleiben im Randgebiet der Großstädte, bauen dort Häuser oder sind auf der Suche nach einer Wohnung zum Mieten.

Wie immer im Geschäft mit Immobilien gilt: Die Lage ist ausschlaggebend für den Preis!

Auch wenn oftmals dreiste Vermieter als Preistreiber an den Pranger gestellt werden, so spielt die Lage doch eine weitaus größere Rolle für einen erhöhten Preis, der weitaus höher als das empfohlene Drittel des monatlichen Haushaltseinkommens ist.

Billige Wohnungen sind nicht nur in den Metropolen ein Wunschtraum, der sich in naher Zukunft nicht verwirklichen lassen wird. ( Foto: Shutterstock-Roman Samborskyi )

Billige Wohnungen sind nicht nur in den Metropolen ein Wunschtraum, der sich in naher Zukunft nicht verwirklichen lassen wird. ( Foto: Shutterstock-Roman Samborskyi )

Billige Wohnungen gesucht: und gefunden!

Es geht aber auch anders und manche Städte zeigen, wie billige Wohnungen realisierbar sind. Allerdings spielt auch hierbei wieder die Lage eine Rolle, denn auch in weniger gefragten Regionen sind Immobilien, die in diesem speziellen Gebiet eine exponierte Lage haben, teurer als vergleichbare Häuser oder Wohnungen.

Video: Borgentreich Borgholz

Wo ist das Wohnen besonders günstig?

Es gibt sie tatsächlich, die Wohnungen, die für weniger als fünf Euro/m² vermietet und sogar provisionsfrei angeboten werden. Dabei ist das Mietniveau in Ostdeutschland besonders niedrig. Die Städte Elsberg, Großschönau-Hainewalde und Seifhennersdorf belegen die untersten Plätze, wenn es um eine Betrachtung der Miethöhen geht.

Dies zeigt sich auch unter Berücksichtigung einer Entwicklung der Nettokaltmieten. Auch hier zeigen die ostdeutschen Bundesländer besonders niedrige Indizes.

Doch auch im Westen des Landes gibt es günstigen Wohnraum wie zum Beispiel in Borgentreich in Nordrhein-Westfalen, dieser Ort ist sogar führend und steht miethöhentechnisch noch vor den genannten Orten im Osten Deutschlands.

Auch Chemnitz aus der oben genannten Tabelle kommt mit seinen Mieten nur knapp über fünf Euro/m², wobei hier die Preistreiber die Wohnungen sind, die über ein Zimmer verfügen. Grund könnte eventuell sein, dass es sich hierbei um die typische „Studentenbude“ und Wohnung für Singles handelt.

Wohnungen mit zwei oder drei Zimmern hingegen sind deutlich unter fünf Euro/m² zu mieten. Gerade in den genannten und weiteren günstigen Städten werden die Immobilien oft provisionsfrei angeboten, weil die Nachfrage derartig gering ist. Umgekehrt gilt das auch für teuren Wohnraum: Mit dem Zusatz „provisionsfrei“ wird gern darüber hinweggetäuscht, wie teuer die Miete hier jeden Monat ist.

Video: Chemnitz: Viel mehr als nur der Nischel | MDR um 4 | MDR

Auch in diesen Regionen gibt es billige Wohnungen

Einst waren es die Küsten an Nord- und Ostsee, die billige Wohnungen zu bieten hatten. Wer hier auf der Suche war, fand immer günstigen Wohnraum, lediglich in der Feriensaison wurde dieser knapper.

Diese Zeiten sind Geschichte, denn heute lassen sich die Vermieter den Blick auf das Meer gut bezahlen. Das gilt auch außerhalb der Touristensaison, wobei viele ehemalige Ferienwohnungen gar nicht mehr kurzzeitig vermietet werden.

Vielmehr wurde auch hier das Geschäft erkannt und der Wohnraum wird langfristig und damit sicherer und gleichzeitig zu einem höheren Preis vermietet. Je weiter man sich von der Küste entfernt, desto günstiger wird es wieder. In Franzburg-Richtenberg zum Beispiel ist die Miete wieder bei weniger als fünf Euro/m².

Wer billige Wohnungen sucht, kann sich zudem in Grenznähe umschauen. Dabei kommt es auf die einzelne Grenze bzw. das angrenzende Land und die am Ort vorhandene Infrastruktur an, denn beispielsweise die Wohnungen an der luxemburgischen Grenze sind sehr teuer, die Quadratmeterpreise liegen um zehn Euro. In Kell am See aber pegeln sie sich bei 5,50 Euro/m² ein.

Besonders billige Wohnungen sind an der Grenze zu Polen oder zur Tschechischen Republik zu finden. Die Mietsteigerungen lassen hier auf sich warten und wer sich heute auf Wohnungssuche begibt, kann damit rechnen, auch morgen noch günstige Angebote an Immobilien zu finden. Die Mieten liegen um fünf Euro/m².

Die ländliche Prägung der Region sowie die teils sehr schlechte Infrastruktur lässt die Preise weiterhin im Keller befindlich bleiben.

Wer an eine günstige Wohnung kommen will, muss vor allem Augen und Ohren offenhalten! ( Foto: Shutterstock- Madhourse)

Wer an eine günstige Wohnung kommen will, muss vor allem Augen und Ohren offenhalten! ( Foto: Shutterstock- Madhourse)

FAQs zu billigen Wohnungen

Wo in Deutschland kann man günstig wohnen?

Umfragen ergaben nur eine durchschnittliche Mietbelastung und Sachsen und Thüringen, auch Brandenburg und die Grenzregionen zu Polen sind sehr günstig.

Dazu kommt der ländliche Raum, der vor allem in den ostdeutschen Bundesländern billige Wohnungen bietet. Oftmals ist dort allerdings die Qualität der Wohnungen nicht mit den üblichen Standards in der Großstadt vergleichbar. Wer ein Haus für weniger als 800 Euro im Monat (warm) mietet, muss damit rechnen, hier noch selbst Hand anlegen zu müssen oder zumindest eine schlechte Anbindung an die nächste Stadt hinnehmen.

Was ist, wenn ich die Miete nicht mehr zahlen kann?

Wichtig ist, nicht einfach nicht mehr zu zahlen, sondern das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen. Dieser kann einer Teilzahlung zustimmen oder stundet die Miete für einen gewissen Zeitraum. Angesichts der Corona-Krise wurden Stundungen sogar für Unternehmen angeboten.

In Baden-Württemberg und anderen Bundesländern wurden Firmen unterstützt, die unter der Krise zu leiden hatten und es wurden die Mieten für Unternehmen vom Land gestundet. Für private Mieter wichtig: Ein Zahlungsrückstand kann die fristlose Kündigung rechtfertigen.

Video: Politik erklärt: Wer kann wirklich einen Wohnberechtigungsschein (WBS) bekommen?

Wie komme ich an eine günstige Wohnung?

Wer an eine günstige Wohnung kommen will, muss vor allem Augen und Ohren offenhalten! Die Angebote finden sich in Zeitungen und im Internet, teilweise am Schwarzen Brett im Internet und häufig genug werden sie nur durch Hörensagen verbreitet.

Es kommt nicht zuletzt auf das eigene Verhandlungsgeschick an, denn wer billige Wohnungen sucht, sollte auch in der Lage sein, mit dem Vermieter zu handeln.

Eventuell lässt sich die Miete senken, wenn bestimmte Eigenleistungen vereinbart werden. Das können beispielsweise Reparaturen in der Wohnung sein, die üblicherweise in das Ressort des Vermieters fallen würden. Außerdem sollten sich Mietinteressenten mit dem jeweiligen Mietspiegel auseinandersetzen, um zu wissen, wie hoch die vergleichbaren Mieten in der Region sind.

Wie finde ich Wohnungen mit Wohnberechtigungsschein?

Wohnungen mit Wohnberechtigungsschein werden gesondert in den üblichen Immobilienanzeigen ausgeschrieben oder es wird von der Stadtverwaltung, die die Berechtigungsscheine ausgibt, ein entsprechender Aushang gemacht.

Diese Scheine richten sich an besonders Bedürftige wie Arbeitslose, alleinerziehende Mütter oder Rentner, die sich für die Beantragung an das Sozialamt wenden müssen. Meist handelt es sich bei den Wohnungen um Immobilien in Neubauten, Häuser oder großzügige Wohnungen sind meist nicht darunter zu finden.

Miete pro Quadratmeter für eine 70-qm-Wohnung (günstigste Städte)

Die günstigsten Städte für die Miete einer 70-m²-Wohnung finden sich in Nordrhein-Westfalen und Sachsen.

  • Chemnitz: 5,10 Euro Miete / m²
  • Halle an der Saale: 5,53 Euro Miete / m²
  • Hagen (NRW): 5,57 Euro Miete / m²
  • Salzgitter (Niedersachsen): 5,60 Euro Miete / m²
  • Bremerhaven (Bremen): 5,86 Euro Miete / m²
  • Gelsenkirchen: 6,01 Euro Miete / m²
  • Duisburg: 6,13 Euro Miete / m²
  • Hannover: 6,14 Euro Miete / m²
  • Remscheid: 6,16 Euro Miete / m²
  • Herne: 6,16 Euro Miete / m²

Miete pro Quadratmeter für eine 70-qm-Wohnung (teuerste Städte)

Die teuersten Städte für die Miete einer 70-m²-Wohnung finden sich in Bayern, Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

  • München: 20,14 Euro Miete / m²
  • Frankfurt am Main: 15,97 Euro Miete / m²
  • Freiburg im Breisgau: 14,51 Euro Miete / m²
  • Heidelberg: 13,54 Euro Miete / m²
  • Hamburg: 13,33 Euro Miete / m²
  • Ingolstadt: 12,89 Euro Miete / m²
  • Heilbronn: 12,86 Euro Miete / m²
  • Ulm: 12,59 Euro Miete / m²
  • Mainz: 12,50 Euro Miete / m²
  • Offenbach am Main: 12,44 Euro Miete / m²

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

Leave A Reply