Banken in Deutschland: Deutsches Banken-Ranking 2019

Wieviele Banken wird es in Deutschland in zehn Jahren geben? Haben die Fintech-StartUps die Regie übernommen und gehören die Banken in Deutschland zur Geschichte? Nein, das glauben wir nicht – doch es kann passieren. Längst müssen die Finanzinstitute in ihren angestammten Revieren gegen die schlanken Fintechs kämpfen, die ihnen hart zusetzen. Die Regulierung tut ein übriges, so dass es auch in diesem Jahr wieder spannend war, die Liste der Top 10 im Banken-Ranking zu sehen!

Können Banken in Deutschland überleben?

Die Frage ist ebenso provozierend wie berechtigt. Fest steht, dass viele Banken es künftig schwer haben werden, ihre Marktposition zu behaupten. Fest steht auch, dass viele Banken es künftig schwer haben werden, die Anforderungen aus Regulierung und Digitalisierung zu erfüllen. Fest steht auch, dass es vorzugsweise die kleinen Banken sein werden, die an den Hürden scheitern.

Das Wissen um die Hürden ist bereits in den Köpfen der Bänker angekommen. Viele sinnen auf Abhilfe. Oftmals sucht man die Lösung in der Fusion. So hat in 2019 die Hannoversche Volksbank mit der Volksbank Hildesheimer Börde fusioniert. Deren Bilanzsumme steigt konsolidiert auf 6,2 Milliarden Euro. Gemessen an den 1.348 Miliarden Euro der Bilanzsumme der Deutschen Bank ist das sicher eher wenig.

Betrachtet man dann jedoch die Fusion der Raiffeisenbank Hollfeld-Waischenfeld-Aufseß mit der Raiffeisenbank Heiligenstadt zur Raiffeisenbank Fränkische Schweiz, dann schaut dort als konsolidierte Bilanzsumme nur 0,27 Milliarden Euro heraus. Das veranschaulicht, dass viele Bänker noch in zu kleinen Dimensionen denken. Wer hier nicht den Blick ausweitet, blickt in wenigen Jahren vielleicht bereits ins Leere.

Dennoch hat die Fusionswelle der Banken ein Gutes. Angestrebte Nebeneffekte der Fusionen sind Reduzierungen bei Kosten und Aufwendungen. Während man hier früher Entlassungen hätte erwarten können, so münden die Einsparungen nun in einen anderen Kanal. Fast einhellig verkünden die Fusionspartner, dass der Mitarbeiterstamm nicht verkleinert wird. Die Entlastung des Personals wird hier als Möglichkeit gesehen, bislang unbesetzte Stellen nun nicht mehr besetzen zu müssen. Hier kann dem Arbeitskräftemangel wirksam begegnet werden.

Die Welle der Fusionen erfasst dabei nicht nur genossenschaftliche Banken in ländlichen und strukturschwachen Regionen. Die oben genannten Raiffeisenbanken in Hollfeld-Waischenfeld-Aufseß und in Heiligenstadt sitzen im Boot mit Banken in Ballungszentren wie etwa der Raiffeisenbank Frechen-Hürth und der VR-Bank Rhein-Erft. Letztere finden sich im Speckgürtel von Köln.

Wie viele Banken gibt es in Deutschland?

Viele der fusionierenden Banken des Jahres 2019 sind bereits in den Jahren zuvor durch andere Fusionen entstanden. Das verdeutlicht, dass eine Fusion zweier Banken noch nicht das Ende des Evolutionsprozesses darstellt. Für kleine Banken wird sich die Frage stellen, ob man weiterhin den regionalen Markt im Auge haben will (und kann) oder ob man sich mit Sicht auf Jahrzehnte überregional orientieren muss. Wer letztere Option für sich erkennt, muss sich womöglich für die Fahrt in tieferen Gewässern wappnen und hierzu weitere Gespräche über Fusionen führen.

In den nächsten 5 bis 10 Jahren wird sich die Zahl der Banken in Deutschland um über 90% reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommen Experten, welche die Zahl der Banken in Deutschland bei künftig 150 sehen. Damit wäre die Geschwindigkeit des Rückgangs 6 bis 10 mal so hoch wie derzeit.

  • Zahl der Banken in Deutschland im Jahr 2004: 2.401
  • Zahl der Banken in Deutschland im Jahr 2011: 2.080
  • Zahl der Banken in Deutschland im Jahr 2018: 1.823
  • Zahl der Banken in Deutschland um das Jahr 2030: 150 ?

Die Niedrigzinsen

Die Banken in Deutschland sind meist keine spekulativen Bänker nach dem Vorbild vieler US-Banken. Das hat viele deutsche Banken in der Finanzkrise vor schlimmen Erfahrungen bewahrt. Aktuell führt jedoch die Niedrigzinsphase gerade deswegen bei den deutschen Banken zu reduzierten Erträgen. So sind die klassischen Banken gezwungen, ihr Geschäftsmodell zu überdenken.

Fintechs: Chance oder Ärgernis?

Wer hätte je gedacht, dass die hemdsärmeligen StartUps der Fintech-Szene sich auf den Geschäftsfeldern der Banken festsetzen können? Am allerwenigsten haben jedenfalls die Banken an diesen Erfolg geglaubt. Doch gelernt haben die Bänker aus dem Irrtum nicht. Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, dass PayPal von ebay gekauft wurde und eben nicht von einer Bankadresse.

Die Fintechs erhielten in Deutschland kräftig Zulauf von Privaten wie von Geschäftsleuten. Wer die Financial Services testete war sicher mehr als nur einmal zufrieden. Anders lässt sich der Erfolg der Fintechs nicht erklären. Dass die Fintechs oft kostengünstiger arbeiten als Banken ist nur eine Seite der Medaille. Die Services fühlen sich auch trendy an. Das schätzen Verbraucher wie Geschäftsleute und bleiben bei den Unternehmen des Zeitgeists: Billomat, Compeon, Auxmoney, Vexcash, Finanzcheck und wie sie alle heißen.

Liste der deutschen Fintech-StartUps

Die StartUps der Fintech-Szene kommen und sie gehen. Mit jedem neuen Kommen verändert sich der Markt ein wenig und ein neuer oder verbesserter Financial Service betritt die Bühne. Viele StartUps sehen ihre Zielgruppe auch gerade bei den Banken in Deutschland. Das Verbessern des Service oder einfach die Reduzierung der Kosten sind Argumente, die bereits erste Banken bei den Fintechs kaufen ließen.

Die nachfolgende Liste der Fintechs in Deutschland ist nict vollständig, sondern greift vier Bereiche heraus, von denen es jedoch über zehn gibt. Doch schon diese reduzierte Liste der Fintechs in Deutschland macht deutlich, wie vielfältig die Szene ist. Wie sehr die Szene in Bewegung ist, fällt auf, wenn man die Homepages der Fintechs inspiziert. Einige werden via Rebranding ihren Namen geändert haben, andere wurden aufgekauft, andere werden insolvent gegangen sein.

Deutsche Fintechs (Liste)
Payment Accounting Donations Tools
payleven.de smoice.com elefunds.de organize.me
sumup.de billomat.com twingle.de minnits.de
izettle.com weclapp.com fraisr gini.net
go4q.mobi debitoor.de helpingcents.info xpenditure.com
ipayst.com Pactas, jetzt rebrandet als billwerk.com fundraisingbox.com edgewonk.com
kesh.de fastbill.com altruja.de finleap.com
paycash.eu  zeitgold.com    
paij.com smacc.io    
sicherbezahlen.de albuswhite.com    
umt.ag candis.io    
SQWallet Liquid Payment, insolvent, isaac10.com    
payworksmobile.com Fastbill Automatic, rebrandet als monsum.com    
billpay.de salesking.eu    
zahlz monsum.com    
laterpay.net buchhaltungsbutler.de    
paywithatweet.com fakturia.de    
payorshare.de troy-bleiben.de    
paylax.de billingengine.com    
optiopay.com      
spendit.de      

Banken-Ranking: Liste der größten Banken in Deutschland (Top 10)

Für das vorgestellte Jahr entnahmen wir die Zahlen der Tabelle ausnahmsweise nicht einem Dokument des Bankenverbands. Die Zahlen entstammen vielmehr den Bilanzen der Finanzinstitute. Die Bilanzsumme in Milliarden Euro wurde auf Konzernebene nach IFRS ermittelt. Zwei Kreditinstitute allerdings bilanzieren nach HGB. Diese haben wir in der Ranking-Liste mit „(1)“ gekennzeichnet. Die Position im Ranking wurde nach der Bilanzssumme ermittelt.

Liste der größten Banken in Deutschland ( Ranking, Top 10 )
Rang Name Bilanzsumme Beschäftigte
1. Deutsche Bank 1.348 (Mrd. Euro) 91.737
2. DZ Bank 518 (Mrd. Euro) 31.896
3. KfW 485 (Mrd. Euro) 6.376
4. Commerzbank 462 (Mrd. Euro) 49.410
5. Unicredit Bank 286 (Mrd. Euro) 12.252
6. Landesbank Baden-Württemberg 241 (Mrd. Euro) 10.017
7. Bayerische Landesbank 220 (Mrd. Euro) 7.703
8. ING 171 (Mrd. Euro) 4.790
9. Landesbank Hessen-Thüringen 162 (Mrd. Euro) 6.074
10. Norddeutsche Landesbank 154 (Mrd. Euro) 6.109
11. NRW.Bank 149 (Mrd. Euro) 1.397
12. DekaBank Deutsche Girozentrale 100 (Mrd. Euro) 4.716
13. Landwirtschaftliche Rentenbank (1) 90 (Mrd. Euro) 304
14. Volkswagen Bank 83 (Mrd. Euro) 3.454
15. L-Bank (1) 69 (Mrd. Euro) 1.277
16. Deutsche Pfandbriefbank 57 (Mrd. Euro) 750
17. Hamburg Commercial Bank 55 (Mrd. Euro) 1.716
18. Deutsche Apotheker- und Ärztebank 45 (Mrd. Euro) 2.523
19. Santander 43 (Mrd. Euro) 3.401
20. Landesbank Berlin 43 (Mrd. Euro) 3.210
Quelle: Bilanzen der Finanzinstitute, Bilanzsumme nach IFRS, Ausnahme(1) nach HGB
Die Liste der genossenschaftlichen Banken in Deutschland umfasst bekannte Namen.  Zu dieser Gruppe der Banken gehören die größten Banken Deutschlands. (Foto: shutterstock - TK Kurikawa)

Die Liste der genossenschaftlichen Banken in Deutschland umfasst bekannte Namen. Zu dieser Gruppe der Banken gehören die größten Banken Deutschlands. (Foto: shutterstock – TK Kurikawa)

Liste der Genossenschaftlichen Banken

In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten Darlehensvereine. Sie hatten es sich zur Aufgabe gemacht, Kredite an kleine leute zu vergeben und verstanden sich vor allem als Kapitalsammelstellen. Den Darlehensvereinen lag der genossenschaftliche Gedanke und Grundsatz der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung zugrunde. Ursprünglich geht der genossenschaftliche Gedanke auf Franz Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen zurück.

Im Jahr 1850 entstand so durch die gründung von Bürgern die erste Kreditgenossenschaft in Solidarhaft in Eilenburg. Volksbanken entstanden vorwiegend in den Städten, während in ländlichen Regionen eher Raiffeisenbanken gegründet wurden.

Zu den Genossenschaftliche Banken zählen teils sehr bekannte Institute. In Deutschland sind dies:

  • DZ Bank AG
    407.236 Euro
    28.227 Mitarbeiter
  • WGZ Bank AG Westdeutsche Genossenschafts-Zentralbank
    96.082 Euro
    1.561 Mitarbeiter
  • DG Hyp Deutsche Genossenschafts-Hypothekenbank AG
    54.368 Euro
    428 Mitarbeiter
  • Bausparkasse Schwäbisch-Hall AG
    47.895 Euro
    679 Mitarbeiter
  • WL Bank AG Westfälische Landschaft Bodenkreditbank
    41.837 Euro
    322 Mitarbeiter
  • Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG
    37.888 Euro
    2.360 Mitarbeiter
  • Münchener Hypothekenbank eG
    36.643 Euro
    410 Mitarbeiter

Über Hans-Jürgen Schwarzer

Hans-Jürgen Schwarzer

Hans-Jürgen Schwarzer leitet die Content-Marketing-Agentur schwarzer.de. Als Marketer, Unternehmer und Verleger in Personalunion wie auch als leidenschaftlicher Blogger gehört er zu den Hauptautoren von startup-report.de und industry-press.com. Innerhalb seiner breiten Palette an Themen liegen dem Mainzer Lokalpatrioten dabei „ausgefallene“ Ideen und technische Novitäten besonders am Herzen.

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