Die wbg Nürnberg realisiert im Wohnquartier monopol491 eine ausgewogene Verbindung von zeitgenössischer Baugestaltung und dem denkmalgeschützten Bestand der ehemaligen Bundesmonopolverwaltung für Branntwein. Das zentrale Bestandsgebäude wurde bewahrt und in ein Kunst-am-Bau-Konzept integriert, das Materialien und Relikte aus der früheren Industriezeit künstlerisch transformiert. Unter dem Motto „Geschichte bleibt“ entstehen neue Skulpturen und Installationen, die historische Substanz erhalten und zugleich modernen Wohnalltag bereichern. Sie stärken die Identität des Quartiers, schaffen Vielfalt sichtbar.
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Rückbau ehemaliger Industriehallen schafft Raum für modernes, erinnerungswürdiges Wohnquartier
Im Rahmen eines umfangreichen Rückbaus wurden die bestehenden Industriehallen bis auf das zentrale Bestandsgebäude weitgehend entfernt, um Platz für moderne Wohneinheiten zu schaffen. Die frühzeitige Einbindung der Bürgerschaft hatte den Wunsch formuliert, das historische Erbe sichtbar zu belassen. Diesem Wunsch kam die wbg Nürnberg nach, indem das erhaltene Haupthaus nicht nur als sichtbares Zeugnis in der neuen Struktur bewahrt, sondern auch als integraler Teil eines künstlerischen Gesamtkonzepts konzipiert wurde.
Einladungswettbewerb Nürnberger Beirat und BBK küren fünf Künstlerprojekte aus
Ein eingeladener Wettbewerb wurde von der Stadt Nürnberg und dem Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Nürnberg Mittelfranken e. V. gemeinsam ausgerichtet, um fünf Künstlerinnen und Künstler auszuwählen. Eine Fachjury evaluierte die eingereichten Arbeitsskizzen und Auswahlkriterien, während Ralf Schekira, Geschäftsführer der wbg Nürnberg, als Sachpreisrichter die Jurysitzungen fachlich begleitete. Konkret verfolgte das Verfahren das Ziel, historische Relikte der ehemaligen Brennweinverwaltung künstlerisch zu transformieren und in das Quartier „monopol491“ erfolgreich nachhaltig zu integrieren.
Duo Schnell und Drechsel gewinnt ersten Preis mit Stahlgewächsen
In der Jurysitzung am 21. Juli 2025, an der Mitglieder des Beirats für Bildende Kunst der Stadt Nürnberg sowie Vertreter des BBK Nürnberg Mittelfranken teilnahmen, wurde der erste Preis dem Künstlerduo Karl Schnell und Klaus-Leo Drechsel zuerkannt. Mit ihrem Werk „Bunte Köpfe Stahl Gewächse“ beeindruckten sie durch die gekonnte Integration historischer Relikte in eine moderne Formensprache. Die Jury hob insbesondere die starke Identität und ausgeprägte künstlerische Qualität dieser Installation hervor.
Industrieartefakte neu gedacht: Rohremblem, skulpturale Pflanzen und farbige Köpfe
Schnell und Drechsel fügen historische Rohrleitungen zu einem großformatigen Emblem zusammen, das als visuelles Zentrum fungiert. Warnleuchten und Absperrschieber bearbeiten sie zu filigranen, skulpturalen Pflanzen, deren Formsprache industrielle Wurzeln trägt. Funkensprühsicherungen transformieren sie in farbenfrohe Köpfe, die dem Werk einen spielerischen Charakter verleihen. Die drei eigenständigen Objekte bewahren den industriellen Ursprung, fördern gleichzeitig einen zeitgenössischen Dialog und integrieren sich harmonisch in das urbane Quartier und verleihen dem Standort neue Identität.
Julia Lehner betont wbg Nürnbergs jahrzehntelange Kunstförderung als Fundament
Kulturbürgermeisterin Julia Lehner wies darauf hin, dass die Förderung künstlerischer Projekte bei der wbg Nürnberg seit vielen Jahrzehnten fest verankert ist. Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich erläuterte, dass Kunst am Bau wesentlich dazu beiträgt, die Identität eines Quartiers zu stärken und Wohnumgebungen attraktiver zu gestalten. Beide betonten, dass künstlerische Eingriffe selbst unter schwierigen Rahmenbedingungen einen positiven Beitrag leisten, die Wahrnehmung von Gebäuden zu bereichern und Gemeinschaftsräume aufzuwerten.
Neue wbg-Broschüre beleuchtet Entstehungsprozess von Bunte Köpfe Stahl Gewächse
Am Abschluss des ersten Bauabschnitts hat die wbg Nürnberg eine umfassende Broschüre veröffentlicht, die detailliert den Entstehungsprozess des Kunst-am-Bau-Projekts beschreibt und weiterführende Hintergrundinformationen zu allen Kunstwerken enthält. Die Publikation dokumentiert Entwurfsphasen, Auswahlverfahren, Materialanalysen sowie die künstlerischen Intentionen hinter „Bunte Köpfe Stahl Gewächse“. Interessierte Kunstfreunde und Fachleute können das Heft über die Unternehmenskommunikation der wbg Nürnberg anfordern, um tiefere Einblicke in Entstehung, konzeptionelle Überlegungen und technische Umsetzung der Objekte zu erhalten.
Das Kunst-am-Bau-Projekt „Bunte Köpfe Stahl Gewächse“ im Wohnquartier monopol491 verbindet erhaltene historische Strukturen mit zeitgenössischer Gestaltung und demonstriert so, wie urbaner Wohnraum und industrielles Erbe sich in einem dynamischen Netzwerk ergänzen. Die Integration künstlerischer Skulpturen aus recycelten Bauteilen bewahrt Erinnerung und schafft zugleich eine unverwechselbare Identität. Bewohner profitieren von einem attraktiven Umfeld, Besucher erleben eine nachhaltige Bereicherung des Stadtbildes durch Interventionen und die Einbindung der lokalen Gemeinschaft nachhaltig und kreativ.

