Umweltstaatssekretärin Huml: Dank neuer Geo-Gefahrenhinweiskarten mehr Häuser gegen Naturgefahren versicherbar

30.10.2009 | München
In den Alpen-Gemeinden können sich künftig weit mehr Hauseigentümer gegen Naturgefahren versichern als bisher. Neuartige Gefahrenhinweiskarten zu den Reichweiten und Sturzbahnen von Steinschlägen, Felsstürzen und Hangrutschen haben ein Versicherungsunternehmen dazu bewegt, bislang nicht versicherbare Zonen deutlich zu verringern.

Melanie Huml, Umweltstaatssekretärin, erklärte heute in München: "Naturkatastrophen können jeden treffen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass jeder auch eigenverantwortlich für den Schutz seines Hauses oder seiner Wohnung sorgt." In den Landkreisen Miesbach und Oberallgäu wurden jetzt die Zonen mit Versicherungsausschluss halbiert. Damit wurden über 70 Prozent der Gebäude aus dem Risikobereich herausgenommen. Waren zum Beispiel im Landkreis Oberallgäu von 15.000 Objekten bisher 2.800 in der potentiellen Gefahrenzone, sind es jetzt dank der präzisen Geo-Gefahrenhinweiskarten nur noch 570.

Die Temperaturen sind in den Alpen doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt gestiegen. Heftige und lang anhaltende Niederschläge werden immer häufiger. Berghänge könnten so vermehrt ins Rutschen kommen und Siedlungen gefährden. Eine Elementarschadensversicherung hilft, Wohnung und Hausrat gegen solche Schäden abzusichern. Nicht alle Versicherungswilligen liegen aber in einem versicherbaren Bereich. Die jetzigen Ergebnisse sind daher nach Humls Worten sehr ermutigend: "Die Versicherungsunternehmen können mit den neuen Karten die Zonen des Versicherungsausschlusses erheblich vermindern." Damit der Bürger selbst mehr Vorsorgemaßnahmen gegen Klimafolgen trifft, hat das Kabinett im Februar eine Kampagne zur freiwilligen Elementarschadensversicherung gestartet. Sie informiert umfassend über Risiken und appelliert an die Bürger, ihr Wohneigentum und ihren Hausrat gegen Schäden aus Naturgefahren abzusichern. Die Gefahrenhinweiskarten, die von den Geologen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt erstellt werden, informieren über potenziell gefährdete Gebiete durch Steinschläge, Felsstürze und Hangrutsche. Bis 2012 ist geplant, für den gesamten bayerischen Alpenraum solche Gefahrenhinweiskarten zu erstellen. Das ist eine entscheidende Verbesserung, um Gefährdungen von Gebäuden, Straßen und Versorgungsleitungen schon im Planungsstadium zu vermeiden.

Quelle: Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit

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