Sonnen- oder Schattenseite?

17.06.2010 | Mainz
Solarkataster der Stadt Mainz informiert, ob ein Dach für die Strom- bzw. Wärmeerzeugung durch Sonnenenergie geeignet ist. Widerspruch gegen Veröffentlichung von Daten ab sofort möglich

Die Landeshauptstadt Mainz will Solarstadt werden. Seit einigen Jahren gibt es bereits den Solaratlas. Dieser informiert darüber, wo in der Stadt bereits Solarenergie genutzt wird. Im nächsten Schritt will die Landeshauptstadt Mainz ein Solarkataster veröffentlichen.

Ein Solarkataster liefert interessierten Hauseigentümern Informationen darüber, ob das Dach ihres Gebäude für die Strom- bzw. Wärmeerzeugung durch Sonnenenergie geeignet ist. Kommunen wie die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden, die bereits ein Solarkataster veröffentlichen (www.wiesbaden.de/solarkataster), wissen von regem Interesse und intensiver Nutzung dieses Internet-Angebots.

Auch die Stadt Mainz beabsichtigt in ihrem Internetauftritt www.mainz.de Angaben zur Eignung der Mainzer Gebäudedächer für den Betrieb von Solaranlagen zu veröffentlichen ("Solarkataster"). Dabei werden die Dachflächen in die Kategorien "sehr gut geeignet", "gut geeignet", "bedingt geeignet" farblich markiert (Maßstab 1:1000 bis 1:5000). Ungeeignete Flächen bleiben unerwähnt und sind grau gekennzeichnet. In einer weiteren Ansicht können die geeigneten Hausdächer in sechs Klassen detailliert für ihre solare Nutzung betrachtet werden (Maßstab 1:500 bis 1:1000). Zusätzlich zur Eignung ist es möglich, die potenzielle Modulfläche und den maximal möglichen Stromertrag abzufragen. Zu jeder Dachfläche sind Straße und Hausnummer abrufbar. Dem Solarkataster liegen Daten aus einer Laserscanner-Befliegung aus dem Jahr 2006 zugrunde.

Mit der Veröffentlichung dieser Daten kommt die Landeshauptstadt Mainz ihrer Verpflichtung nach, den Zugang zu Umweltinformationen zu erleichtern (Landesumweltinformationsgesetz (LUIG)). Gleichzeitig muss sie aber aus Gründen des Datenschutzes Hauseigentümern, die gegen eine Veröffentlichung ihrer Gebäudedaten sind, Gelegenheit zum Widerspruch geben.

Noch bis zum 26. Juni 2010 können Hauseigentümer - bezogen auf die Eignung ihres Gebäudes für den Betrieb von Solaranlagen - formlos Widerspruch beim Umweltamt der Landeshauptstadt Mainz (Geschwister-Scholl-Str. 4, 55131 Mainz oder per Email: umweltamt@stadt.mainz.de) einlegen. Die dem Widerspruch entsprechenden Dachflächen werden dann nicht dargestellt. Selbstverständlich können Hauseigentümer auch noch nach der Veröffentlichung jederzeit die "Solar"-Gebäudedaten aus der Datenbank löschen lassen.

Quelle: Pressemeldung Stadt Mainz

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