Pressemitteilung Zwischenbericht zum 30. Juni 2009

07.08.2009 | Eschborn
Eurohypo legt Bericht zum 1. Halbjahr 2009 vor • Sondereffekte beeinträchtigen Ergebnis vor Steuern • 4,5 Mrd. Euro Immobilienneugeschäft und Prolongationen • Neuausrichtung der Eurohypo kommt gut voran

Das erste Halbjahr 2009 war für die Eurohypo eine Phase einschneidender Veränderungen: Sie konzentriert sich nicht länger auf das Ausschöpfen von Wachstumspotenzialen und das Erschließen neuer Märkte. Vielmehr steht jetzt im Vordergrund, die negativen Auswirkungen der Finanzmarktkrise zu meistern und zugleich das Geschäftsmodell der Eurohypo zukunftsgerichtet weiterzuentwickeln.

Ergebnis vor Steuern von Sondereffekten geprägt

Beim Ergebnis vor Steuern weist die Bank in der Berichtsperiode einen Verlust von 189 Mio. Euro aus (1. Halbjahr 2008: -118 Mio. Euro). Hierzu haben vor allem Sondereffekte beigetragen, die sich zusammen auf rund 224 Mio. Euro addieren:

• Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte in den USA und Großbritannien im Rahmen von Impairment-Tests von 70 Mio. Euro;

• Restrukturierungsaufwendungen zur Neuausrichtung der Bank mit rund 60 Mio. Euro;

• weitere Wertanpassungen auf das US-Anlageportfolio, das mit Subprime-Hypothekenforderungen an Privatkunden unterlegt ist, in Höhe von 94 Mio. Euro. Das US-Subprime-Anlageportfolio ist damit per

30. Juni 2009 zu rund 90% ergebniswirksam wertberichtigt.

Die Verwerfungen an den Finanzmärkten, der weltweite Konjunkturabschwung und die Einbrüche an den Märkten für gewerbliche Immobilien haben diese Effekte verursacht. Darüber hinaus stellten die Neubewertung geschäftlicher Aktivitäten und Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit der Strategieänderung der Eurohypo weitere Belastungsfaktoren dar.

Trotz des negativen Ergebnisses vor Steuern verbuchte die Eurohypo per Ende Juni einen hohen Steueraufwand von 203 Mio. Euro. Dieser hat seine Gründe in der Auflösung aktiver latenter Steuern auf temporäre Differenzen, in der Wertberichtigung aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge für Vorjahre und in den nicht angesetzten laufenden steuerlichen Verlusten im Ausland. Aufgrund des Organschaftsverhältnisses mit der Commerzbank wird die aktive latente Steuer auf inländische steuerliche Verluste bei der Konzernmutter ausgewiesen. Das führte zu einem Ergebnis nach Steuern für den Eurohypo-Konzern im ersten Halbjahr 2009 von -392 Mio. Euro (-83 Mio. Euro).

Die schwierige Lage an den Immobilienmärkten, die sich im ersten Halbjahr verschärft hat, fand ihren

sichtbaren Niederschlag in einer nochmaligen Ausweitung der Risikovorsorge auf 461 Mio. Euro (1. Halbjahr 2008: 399 Mio. Euro).

Das operative Geschäft der Eurohypo konnte hierzu in den ersten sechs Monaten dieses Jahres trotz einzelner ermutigender Signale kein wirksames Gegengewicht bilden. Das operative Ergebnis belief sich im ersten Halbjahr 2009 auf -59 Mio. Euro (1. Halbjahr 2008: -118 Mio. Euro). Vergleichsweise stabil entwickelte sich trotz des schwierigen Marktumfeldes der Zinsüberschuss mit 573 Mio. Euro, der damit nur geringfügig unter dem Vorjahreswert von 577 Mio. Euro lag.

"Die sehr schwierigen Rahmenbedingungen belasteten unser Geschäft auch im ersten Halbjahr spürbar. Zwar sind die Probleme in unserem Umfeld heute klarer erkennbar und damit berechenbarer geworden, als das noch im letzten Herbst nach dem Lehman-Ausfall der Fall war. Entwarnung können wir dennoch nicht geben, denn die schwierigen Marktverhältnisse werden in unserem Geschäft noch über 2009 hinaus anhalten. Schließlich muss man berücksichtigen, dass die Immobilienwirtschaft der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mit Verzögerung folgt", kommentierte Eurohypo-Vorstandssprecher Dr. Frank Pörschke das Halbjahresergebnis.

Umbau des Eurohypo-Geschäftsmodells kommt gut voran

Die Eurohypo ist im ersten Halbjahr mit der Neuausrichtung ihres Geschäftsmodells gut vorangekommen. Im Commercial-Real-Estate-Geschäft (CRE) wird sie sich konsequent auf das wertsteigernde Kerngeschäft beschränken. Nur so können langfristig stabile Erträge bei geringerem Risiko gesichert werden. Hierzu wurde die Komplexität des Kerngeschäfts u.a. beim Produktangebot und in Bezug auf die Länder, in denen die Eurohypo künftig aktiv sein wird, reduziert. Das CRE-Portfolio soll bis Ende 2011 von derzeit rund 77 Mrd. Euro auf 67 Mrd. Euro abschmelzen. Dabei wird die Bank aber auch in Zukunft in ausreichenden Dimensionen im Immobilien- Neugeschäft aktiv sein, um die starke Position der Eurohypo in ihren Zielländern zu festigen.

Immobilienneugeschäft und Prolongationen: rund 4,5 Mrd. Euro im 1. Halbjahr 2009

Im 2. Quartal war die Eurohypo wieder mit Neuzusagen im Immobiliengeschäft im Markt: Bis 30. Juni 2009 vergab sie 700 Mio. Euro. Die Bank konzentrierte sich im ersten Halbjahr vor allem darauf, anstehende Verlängerungen von Darlehensverträgen ihrer Kunden abzuschließen. Diese Prolongationen, die nicht als Neugeschäft im eigentlichen Sinne gezählt werden, beliefen sich auf 3,7 Mrd. Euro. Damit stand die Eurohypo ihren Immobilienkunden in der ersten Hälfte dieses Jahres mit insgesamt rund 4,5 Mrd. Euro zur Seite.

Public Finance/Treasury: Positives Ergebnis im ersten Halbjahr

Der Bereich Public Finance/Treasury, neben der Immobilienfinanzierung der zweite Unternehmenspfeiler der Eurohypo, erwirtschaftete in den ersten sechs Monaten 2009 ein Vorsteuerergebnis von 66 Mio. Euro, das

damit das Ergebnis des entsprechenden Vorjahreszeitraums um 10% übertraf. Der geschäftliche Fokus war

im ersten Halbjahr vor allem auf die Stabilisierung und Konsolidierung der Ertragsentwicklung und der Neubewertungsrücklagen gerichtet.

Mit sehr opportunistischem Neugeschäft und vor allem durch konsequentes Nutzen von Fälligkeiten konnte das Portfolio im Geschäftssegment Public-Finance/Treasury bis zum 30. Juni 2009 auf 152 Mrd. Euro reduziert werden, nachdem es durch die Einbeziehung der Hypothekenbank in Essen AG im Dezember 2008 auf 170 Mrd. Euro angewachsen war. Parallel zu dem bilanzwirksamen Abbau verminderten sich auch die risikogewichteten Aktiva.

Der Hintergrund: Mit der Integration der Essen Hyp war das Staatsfinanzierungsportfolio des Eurohypo-Konzerns im 2. Halbjahr 2008 überproportional gewachsen. Dieses Wachstum fiel in eine Marktphase, in der die Stabilität dieses Geschäfts durch die hohen Marktvolatilitäten nicht mehr gegeben war, was zu erheblichen Belastungen führt.

Erfolgreiche Pfandbriefemissionen im ersten Halbjahr 2009

Die Eurohypo ist der Pfandbriefemittent innerhalb der Commerzbank-Gruppe; Für unbesicherte Refinanzierungen stehen ihr die Ressourcen der Commerzbank zur Verfügung, entsprechend der seit 2006 geltenden Konzernstrategie.

Im ersten Halbjahr 2009 platzierte die Eurohypo erfolgreich Mittel im Volumen von 10,3 Mrd. Euro. Davon waren 7,2 Mrd. Euro Hypothekenpfandbriefe, darunter drei Benchmark-Pfandbriefe mit einer Laufzeit von fünf bis zehn Jahren und einem Gesamtvolumen von 4,5 Mrd. Euro. Das lebhafte Interesse der Investoren an den Eurohypo-Emissionen unterstreicht die unverändert starke Position der Eurohypo am Kapitalmarkt. Der Pfandbrief bleibt auch künftig wichtigstes Refinanzierungsinstrument der Bank.

Ausblick: 2009 Jahr des Umbruchs

Die klare Fokussierung auf das Kerngeschäft und eine konsequente Verringerung der Komplexität von Organisation und Geschäft in der Immobilienfinanzierung ebnen der Eurohypo den Weg aus der Krise und sichern die Zukunft der Bank. Die geplanten Anpassungen erfolgen in den kommenden Monaten und sollen bis Ende 2011 abgeschlossen sein. Mit den Arbeitnehmervertretungen wurde eine Einigung über eine Rahmenbetriebsvereinbarung und Interessensausgleiche für einige Bereiche der Bank früher als geplant erzielt, so dass der "Umbau" der Eurohypo bereits gestartet werden konnte.

Die Auswirkungen der Finanzmarktkrise werden bis über das Jahresende hinaus spürbar bleiben; es ist noch von einer längeren Korrekturphase für die Immobilienmärkte auszugehen. Damit ist für das Gesamtjahr 2009 ein negatives Ergebnis zu erwarten, das aber aus heutiger Sicht signifikant unter dem Verlust des letzten Jahres liegen dürfte.

Die Staatsfinanzierung wird unverändert mit einem hohen Refinanzierungsbedarf der öffentlichen Hand konfrontiert sein. Die stark gestiegene Nachfrage nach Staatskrediten zusammen mit einer generell gestiegenen Neubewertung von Risiken und der spürbaren Zurückhaltung vieler Banken beim Neugeschäft führt zu höheren Margen in diesem bislang margenarmen Geschäft. Dennoch wird die Eurohypo hier weiterhin nur selektiv vorgehen, da ihr vorrangiges Ziel der geplante Asset-Abbau ist.

Im Immobiliengeschäft geht die Eurohypo davon aus, dass die Neuzusagen in der zweiten Jahreshälfte überproportional zunehmen werden. Grundsätzlich plant sie für das Gesamtjahr 2009 und darüber hinaus ein signifikantes Neugeschäft, um ihre starke Marktposition in ihren Zielländern zu behaupten. Ihre Fähigkeit, Kundenbeziehungen, Immobilien-Know-how und internationale Finanzierungserfahrung miteinander zu verbinden, bleibt ihr wesentlicher Erfolgsfaktor

Quelle: Pressemeldung Eurohypo Aktiengesellschaft

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