NORD/LB weiter auf Erfolgskurs

06.05.2008 | Hannover/Braunschweig
Die NORD/LB Norddeutsche Landesbank hat das Geschäftsjahr 2007 im Konzern mit einem Ergebnis von 502,7 Mio. Euro vor Steuern abgeschlossen. Dies geht aus dem Jahresabschluss für den Konzern hervor, den die NORD/LB erstmals nach International Financial Reporting Standards (IFRS) vorgelegt hat. Nach Steuern erreichte das Ergebnis 304,5 Mio. Euro.

Nachdem das Vorjahr durch außerordentlich hohe Sondereffekte begünstigt wurde, konnte der Konzern auch im Geschäftsjahr 2007 trotz des starken negativen Einflusses der Finanzkrise ein erfreuliches operatives Ergebnis vorlegen.

"Die NORD/LB setzt damit trotz der weltweiten Finanzkrise ihren Kurs fort. Wir haben die Auswirkungen der aktuellen Marktverwerfungen durch ein starkes operatives Geschäft gut abfedern können. Unser neues Geschäftsmodell hat seinen ersten großen Härtetest erfolgreich bestanden und seine Zukunftsfähigkeit unter Beweis gestellt. Dies wird auch durch die erstmals vorgelegten IFRS-Zahlen noch einmal deutlich unterstrichen", erklärte der Vorstandsvorsitzende der NORD/LB, Dr. Hannes Rehm, in der Bilanzpressekonferenz der Bank in Hannover.

"Mit rund 1,1 Mio. Retail- und Corporate-Kunden vor allem in Norddeutschland und Nordosteuropa definiert sich die NORD/LB klar als kundenorientierte Bank. Es gibt bei uns keine Kreditsperre, wir bleiben offen für Neugeschäft und wollen unsere Kundenbasis weiter verbreitern", betonte Rehm. Mit einem Anstieg des Eigenkapitals um rund 30 Prozent in den Jahren 2006 und 2007 sei eine ausreichende Grundlage für weiteres Neugeschäft geschaffen. Das Kundenportfolio und die Ertragsquellen des Konzerns seien vernünftig diversifiziert, so dass es im Neugeschäft keine Restriktionen gebe. Die NORD/LB bleibe aber weiterhin bei ihrer konservativen Risikopolitik. "Ein nachhaltiges, langfristiges Ertragswachstum ist uns wichtiger als das Erzielen kurzfristiger Effekte", so Rehm.

NORD/LB kann Finanzkrise abfedern und kommt operativ gut voran

In der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2007 erreicht der Zinsüberschuss im NORD/LB Konzern mit 1.477,9 Mio. Euro einen deutlich höheren Wert als im Vorjahr (1.040,1 Mio. Euro). Dieser Anstieg um rund 440 Mio. Euro oder 42 Prozent erklärt sich unter anderem aus einem deutlich ausgeweiteten Neugeschäft insbesondere im Spezialfinanzierungsgeschäft und dem damit verbundenen Bestands- wachstum, das mit rund 127 Mio. Euro zum Zinsergebnis beigetragen hat. Hinzu kommt eine den Bilanzierungsregeln folgende Umgruppierung von Erträgen in einer Größenordnung von rund 300 Mio. Euro zu Lasten des Ergebnisses aus zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft blieb mit 37,7 (17,4) Mio. Euro wie im Vorjahr auf sehr niedrigem Niveau und ist ein Beleg für die weiterhin hohe Güte des Kreditportfolios.

Der Provisionsüberschuss war mit 161,7 (164,5) Mio. Euro stabil, allerdings unter Berücksichtigung eines Beitrags der zwischenzeitlich dekonsolidierten LHI zum Vorjahresergebnis. Bereinigt man den Vorjahreswert um diesen Beitrag in Höhe von rund 15 Mio. Euro, ist das Provisionsergebnis operativ um rund 8 Prozent gestiegen.

Das Ergebnis aus zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten belief sich auf -461,8 (267,1) Mio. Euro. Der rechnerische Rückgang gegenüber dem Vorjahr erklärt sich der Systematik der Rechnungslegung folgend zu einem großen Teil aus der oben genannten Umgruppierung von Erträgen in einer Größenordnung von rund 300 Mio. Euro in das Zinsergebnis. Rückstellungen im Zusammenhang mit Settlement-Schwierigkeiten bei einem Kundengeschäft im Aktienhandel wirken sich nach IFRS mit 61 Mio. Euro aus (nach HGB: 82,5 Mio. Euro). Hinzu kommen die Auswirkungen der Finanzmarktkrise, die unter IFRS-Gesichtspunkten zu Abwertungserfordernissen in einer Größenordnung von 204 Mio. Euro geführt haben. Aufgrund der von den IFRS geforderten Marktwertbewertung großer Teile der Aktiva unterliegt diese Ergebnisposition allerdings von vornherein größeren Volatilitäten.

Außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung hat sich die weiterhin angespannte Marktsituation zudem bilanzseitig in einer Größenordnung von 198 Mio. Euro in der Neubewertungsrücklage niedergeschlagen, so dass der NORD/LB Konzern im Geschäftsjahr 2007 nach IFRS mit insgesamt 402 Mio. Euro von der Finanzkrise betroffen war (davon die Bremer Landesbank mit rund 177 Mio. Euro). Hierbei handelt es sich allerdings um reine Bewertungseinflüsse, die - auch auf Grund der hohen Qualität des Portfolios - grundsätzlich vorübergehender Natur sind. Tatsächliche Ausfälle sind nicht zu verzeichnen. Die NORD/LB hat kein Subprime-Geschäft gemacht und ist von der Finanzkrise daher nur indirekt betroffen.

Das Ergebnis aus Sicherungsgeschäften (Hedge Accounting) lag stabil bei 5,0 (6,0) Mio. Euro. Das Ergebnis aus Finanzanlagen belief sich auf 12,1 (413,2) Mio. Euro. Der außergewöhnliche Vorjahreswert ergibt sich insbesondere aus dem Verkauf von Anteilen an der Landesbank Berlin und an der Leasingtochter LHI in einer Größenordnung von insgesamt rund 390 Mio. Euro. Das Ergebnis aus at-equity bewerteten Unternehmen stieg deutlich auf 88,9 (61,9) Mio. Euro. Hierzu trägt insbesondere die überaus positive Entwicklung der Nordosteuropa-Bank DnB NORD bei, die im Wachstumsmarkt rund um die Ostsee tätig ist. Dieses mit der norwegischen Finanzgruppe DnB NOR betriebene Gemeinschaftsunternehmen hat innerhalb der vergangenen drei Jahre seine Bilanzsumme auf über 9 Mrd. Euro verdoppeln und sein Vorsteuerergebnis im Geschäftsjahr 2007 gegenüber dem Vorjahr um gut 80 Prozent auf 72,5 Mio. Euro steigern können.

Die Verwaltungsaufwendungen blieben mit 855,4 (841,2) Mio. Euro konstant. Während die Personalkosten reduziert werden konnten, entstanden Sachkosten für temporäre Sonderprojekte zur Umsetzung von Basel II, IFRS und MiFid. Das sonstige betriebliche Ergebnis belief sich auf 112,0 (124,8) Mio. Euro.

Das Betriebsergebnis vor Steuern erreichte in der Folge 502,7 (1.219,0) Mio. Euro. Das Betriebsergebnis nach Steuern erreichte 304,5 (971,9) Mio. Euro. Auf Grund umfangreicher Sondereffekte ist ein direkter Vergleich mit dem außerordentlich hohen Vorjahreswert jedoch nicht aussagekräftig. Bereinigt man die Gewinn- und Verlustrechnung um die positiven Effekte aus Anteilsverkäufen im Geschäftsjahr 2006 (s.o.) sowie um die Vorsorge auf Grund von Settlement-Verzügen im Geschäftsjahr 2007, erreichte die Bank ein Betriebsergebnis vor Steuern in Höhe von 563,7 (832,3) Mio. Euro.

Die Cost-Income-Ratio (CIR) lag im Geschäftsjahr 2007 bei 61,8 (50,5) Prozent. Der Return-on-Equity (RoE) erreichte 9,4 (28,6) Prozent. Der hohe Vorjahreswert erklärt sich auch hier vor allem aus den erwähnten positiven Effekten aus Anteilsverkäufen. Die Bilanzsumme des Konzerns stieg auf 201,5 (194,9) Mrd. Euro. Das Kreditvolumen erhöhte sich auf 165,6 (160,2) Mrd. Euro. Das bilanzielle Eigenkapital stieg um rund 15 Prozent auf 6,3 (5,5) Mrd. Euro. Das aufsichtsrechtliche Eigenkapital lag bei 9,3 (9,0) Mrd. Euro. Die bilanzielle Eigenkapitalquote lag bei 6,4 (6,5) Prozent.

2007 geprägt durch Erfolgsstories im operativen Geschäft

Rehm unterstrich, dass die Träger weiter geschlossen hinter der NORD/LB stünden. "Unsere Träger und unsere Kunden - und damit auch die Öffentlichkeit - profitieren von einer rentablen NORD/LB." Der Konzern zahle seinen öffentlichen Trägern wie bereits für das Geschäftsjahr 2006 eine Dividende von 15 Prozent auf das Stammkapital. Das entspricht insgesamt rund 160 Mio. Euro. Das Nachsteuerergebnis weise zudem Ertragssteuern in einer Größenordnung von rund 200 Mio. Euro aus. "Die NORD/LB erweist sich somit ebenso wie durch seine umfangreichen Spenden und Sponsorings als guter Corporate Citizen. Als öffentlich-rechtliches Unternehmen kommen wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung nach", so Rehm.

Das Geschäftsjahr 2007 sei losgelöst von der Finanzkrise durch eine Reihe von Erfolgsstories im operativen Geschäft geprägt gewesen, erklärte Rehm. So sei der Retail-Arm des Konzerns, die Braunschweigische Landessparkasse (BLSK), als teilrechtsfähige Anstalt in der Anstalt neu aufgestellt worden. Dadurch wurde sie im Marktauftritt gestärkt und zugleich noch tiefer in der Stadt und Region Braunschweig verankert. Durch die Übernahme der Deutschen Hypothekenbank, die im vergangenen Jahr eingeleitet wurde, erfahre das Immobilien Banking der NORD/LB eine deutliche Wachstumsbeschleunigung. Mittlerweile halte die NORD/LB über 98 Prozent an dem Unternehmen. Sowohl in der Schiffs- als auch in der Flugzeugfinanzierung habe die NORD/LB die jeweils größten Finanzierungen ihrer Geschichte abschließen können, so Rehm. Die NORD/LB zähle weltweit zu den drei größten Schiffs- und fünf größten Flugzeugfinanzierern.

"Die NORD/LB forciert ihren Marktantritt insbesondere in Wachstumsbranchen, in denen sie seit längerem und mit strategischem Ansatz einen besonderen Kompetenz- und Vertrauensvorsprung aufgebaut hat", so Rehm. Dazu zählten insbesondere die Bereiche Transport und Logistik (vor allem Schiffs- und Flugzeugfinanzierung), Energie (insbesondere Erneuerbare Energien), Infrastruktur (z.B. Public-Private-Partnerships) und Immobilien Banking. Zugleich setze die NORD/LB weiterhin auf das Geschäft mit mittelständischen Firmenkunden, auf den engen Verbund mit den Sparkassen, auf das Geschäft mit institutionellen Kunden, auf das Retailgeschäft in der Region Braunschweig und die Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand. Weiterhin solle das Nordosteuropa-Geschäft, das durch das Joint Venture Bank DnB NORD betrieben wird, weiter ausgebaut werden. "In allen diesen Feldern verfügt die NORD/LB seit vielen Jahren über ein ausgeprägtes Know-how und langjährige Erfahrung. Hier sehen wir jeweils beachtliches Potenzial für nachhaltige Ertragssteigerungen", betonte Rehm.

1. Quartal und Ausblick 2008

Das Geschäftsjahr 2008 ist nach Auskunft der NORD/LB operativ gut angelaufen. Das Zins- und Provisions- geschäft bewege sich dem aktuellen Forecast zufolge über dem Vorjahresniveau. Das Handelsgeschäft werde allerdings weiterhin von der Finanzmarktkrise und allgemeinen Baisse-Tendenzen an den Aktienmärkten belastet. Mit Blick auf die Finanzmarktkrise zeigten die Indizes aktuell ähnliche Ausschläge wie im Jahr 2007, die Auswirkungen für 2008 lägen deshalb auf Höhe des Vorjahresniveaus. Im Wertpapier-Portfolio gebe es keinerlei Ausfälle zu verzeichnen, so Rehm.

Die Erfolgsstories des Vorjahres würden im laufenden Jahr fortgeschrieben. So sei die Braunschweigische Landessparkasse in ihrer neuen Aufstellung zu Jahresbeginn erfolgreich in den Markt gestartet. Die Integration der Deutschen Hypothekenbank in den NORD/LB Konzern werde vorangetrieben. Mit der Übernahme würden Kräfte gebündelt und eine stärkere Marktposition bei der Finanzierung gewerblicher Immobilien erreicht.

"Unsere Rekorde in der Schiffs- und Flugzeugfinanzierung aus dem letzten Jahr haben wir schon wieder eingestellt", so Rehm: die weltweit ersten fünf Airbus A380-Jets habe die NORD/LB mit einem Volumen von 800 Mio. Euro finanziert. Sie sind jetzt für Singapore Airlines im Einsatz. Die Finanzierung einer Flotte von 12 Spezialschiffen für das niedersächsische Unternehmen Hartmann Logistik habe ein Gesamtvolumen von 420 Mio. Euro. Hinzu kommen erfolgreiche Finanzierungen im Bereich der Erneuerbaren Energien oder das erste deutsche Public-Private-Partnership im Verteidigungsbereich.

Für das laufende Geschäftsjahr 2008 geht die NORD/LB davon aus, bei den operativen Erträgen insgesamt wieder mindestens das Niveau des Geschäftsjahres 2007 zu erreichen. Mit Zuwächsen wird vor allem aus dem Kredit- und Provisionsgeschäft im Inland und im Ausland gerechnet. Eine belastbare Einschätzung der Entwicklung des Ergebnisses aus zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten ist allerdings vor dem Hintergrund der Unsicherheit der weiteren Entwicklung der Finanzmarktkrise derzeit nicht möglich.

Quelle: Pressemeldung NORD/LB Norddeutsche Landesbank Girozentrale

Dieser Beitrag wurde bisher 53 mal gelesen.
(Rang 886 auf immobilienfonds-news.de)

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

DWS setzt für db ImmoFlex Rücknahme und Ausgabe von Anteilen aus

16.05.2011 | Die DWS Investment GmbH hat bis auf weiteres die Rücknahme und Ausgabe von Anteilen an dem Fonds db ImmoFlex...

weiter in DWS setzt für db ImmoFlex Rücknahme ...

wpd und Boreas schließen Vertrag über 32 Vestas Anlagen

14.04.2011 | Der Windenergieplaner und -betreiber wpd hat gemeinsam mit Partner Boreas einen Großauftrag mit Vestas über...

weiter in wpd und Boreas schließen Vertrag ...

Gewerbliche Mieten sinken

06.10.2010 | Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar hat ihren Mietpreisspiegel für Gewerberäume...

weiter in Gewerbliche Mieten sinken ...



Aktuelles

Einfacher umziehen dank Umzugsunternehmen

Ein Umzug hat zahlreiche Ursachen und ist für viele Menschen...

weiter ...

Baufinanzierung mit staatlicher Förderung

Eine Baufinanzierung ist immer eine ganz individuelle Sache....

weiter ...

Archiv

Generali Deutschland Immobilien beauftragt Facility Management Unternehmen

Die Generali Deutschland Immobilien GmbH hat gemeinsam mit...

weiter ...

Urban Quality Award: Eurohypo prämiert beispielhafte Stadtentwicklung

Wie schon in den Jahren 2006 bis 2009 zeichnet die Eurohypo...

weiter ...

Verschiedenes

Vermögensmanagement für Freelancer

Unsere Gastautorin Olivia von Ritter beschäftigt sich seit...

weiter ...

SEB Immoinvest - wann macht er wieder auf?

In der gesamten Finanzwelt ist schon seit gut zwei Jahren...

weiter ...