NORD/LB blickt auf erfolgreiches Geschäftsjahr zurück - Landesbank mit Ertragssteigerung trotz Finanzkrise

18.12.2007 | Hannover/Braunschweig
Trotz der angespannten Lage auf den internationalen Finanzmärkten ist die NORD/LB Norddeutsche Landesbank im Geschäftsjahr 2007 operativ gut voran gekommen und hat ihr Konzernergebnis gegenüber dem Vorjahr gesteigert.

Insbesondere die Zins- und Provisionserträge konnten im Verlauf des Jahres deutlich ausgebaut werden. Dies geht aus den vorläufigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2007 nach HGB hervor, die die Bank am Montag vorgestellt hat. Danach wird das Betriebsergebnis des NORD/LB Konzerns nach Risikovorsorge und Bewertung mit 632,9 Mio. Euro zum Jahresende gut vier Prozent über dem Vorjahreswert (607,5) liegen.

"Unser Geschäftsmodell hat seinen ersten großen Härtetest bestanden", erklärte der Vorstandsvorsitzende der NORD/LB, Dr. Hannes Rehm. "Dank steigender Erträge, einer optimierten Risikosteuerung und einer guten Diversifizierung unserer Ertragsquellen haben wir die Auswirkungen der Finanzkrise abfedern können und unser Ziel erreicht, das gute Vorjahresergebnis zu übertreffen", betonte Rehm. "Wir sehen auch für das kommende Jahr eine Wachstumsperspektive bei den operativen Erträgen." Die NORD/LB werde weiterhin offensiv Neugeschäft akquirieren. Sie ziele auf eine nachhaltige Stärkung ihrer Ertragskraft und auf eine Verbreiterung ihrer Kundenbasis. "Wir sind und bleiben eine Kundenbank. Wir forcieren unseren Marktantritt insbesondere in ausgewählten Wachstumsbranchen wie Transport (vor allem Schiffs- und Flugzeugfinanzierung), Energie (vor allem Erneuerbare Energien), Logistik, In-frastruktur und Immobilien Banking. Wir setzen weiterhin auf das mittelständische Firmenkundengeschäft, auf den Verbund mit den Sparkassen, das Geschäft mit institutionellen Kunden, und wir kooperieren mit der öffentlichen Hand, beispielsweise bei Public-Private Partnerships", so Rehm.

NORD/LB setzt auf Wachstum und Verbreiterung der Kundenbasis

Als ein wichtiger Wachstumsmotor werde sich beispielsweise die Deutsche Hypothekenbank (Actien-Gesellschaft) herausstellen, für die die NORD/LB ein freiwilliges Übernahmeangebot abgegeben hat. Die Angebotsfrist läuft noch bis zum 2. Januar. "Wir sind zuversichtlich, dass das Angebot erfolgreich sein wird. Die Übernahme bedeutet für die NORD/LB einen Wachstumssprung im hoch attraktiven Markt der gewerblichen Immobilienfinanzierung. Damit wird unser strategisches Geschäftsfeld Immobilien Banking nachhaltig gestärkt", so Rehm. Die Deutsche Hypo sei ein profitabler und gut geführter Immobilienfinanzierer. "Mit der Übernahme werden wir unsere Kräfte bündeln und eine stärkere Marktposition bei der Finanzierung gewerblicher Immobilien erreichen."

Mit der Neuaufstellung der Braunschweigischen Landessparkasse (BLSK) mache die NORD/LB ebenfalls einen Schritt nach vorn. Als teilrechtsfähige "Anstalt in der Anstalt" werde die BLSK konsequent als Vertriebssparkasse ausgerichtet. Die kommunalen Vertreter aus der Stadt und Region Braunschweig würden künftig stärker in die Entscheidungsprozesse eingebunden. "Die Landessparkasse wird noch tiefer im alten Land Braunschweig verankert und bleibt zugleich integraler Bestandteil des NORD/LB Konzerns mit allen damit verbundenen Kosten- und Marktsynergien. Hiervon werden die Kunden und die Region gleichermaßen profitieren. Mit dieser neuen Aufstellung wird der Retail-Arm der NORD/LB und damit der gesamte Konzern gestärkt", erklärte Rehm.

Auch in Nordosteuropa setzt die NORD/LB weiter auf Wachstum. Mit der Akquisition der BISE Bank beispielsweise hat die Bank DnB NORD, ein Joint Venture der NORD/LB mit der größten norwegischen Finanzgruppe DnB NOR, ihre Marktposition in Polen in diesem Jahr deutlich ausgebaut. "Die Akquisition der Deutschen Hypo, die Neuausrichtung der Braunschweigischen Landessparkasse und der Ausbau der Bank DnB NORD sind nur drei Beispiele dafür, wie die NORD/LB auch in einem schwierigen Marktumfeld ihr Geschäftsmodell stetig weiterentwickelt und ihre Kundenbasis verbreitert", betonte Rehm. Das gelte für die Norddeutsche Landesbank ebenso wie für die Bremer Landesbank, die nun komplett auch in die Risikosteuerung des Konzerns eingebunden sei, für die NORD/LB Luxembourg und für die Bank DnB NORD, die gemeinsam im Schulterschluss als NORD/LB Gruppe agieren. "Die NORD/LB Gruppe bleibt weiter auf Wachstumskurs. Wir machen die Schotten nicht dicht, sondern gehen weiterhin offensiv in die Märkte."

Gutes operatives Ergebnis für 2007

Der offensive Kurs schlägt sich auch in den vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2007 nieder. Der Zinsüberschuss legt laut Prognose um gut 7 Prozent auf 1.406,3 (1.314,5) Mio. Euro zu. Hier profitiert die Bank zum einen von der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung, aber auch von ihrer Konzentration auf Wachstumsbranchen. Der Provisionsüberschuss steigt um 11,4 Prozent auf 188,0 (168,8) Mio. Euro. Der Handelsüberschuss aus Finanzgeschäften erreicht 24,8 (58,0) Mio. Euro. Nach zwischenzeitlich stärkerem Rückgang in dieser Position im Zuge der Verunsicherung an den Kapitalmärkten ist hier im vierten Quartal bereits wieder eine deutliche Erholung zu verzeichnen. Die Verwaltungsaufwendungen belaufen sich insgesamt auf 906,2 (857,8) Mio. Euro. Der leichte Anstieg erklärt sich durch temporäre Sonderprojekte zur Umsetzung von Basel II, IFRS und MiFid. Der Personalaufwand konnte erneut gesenkt werden und liegt bei 445,6 (463,8) Mio. Euro. Das sonstige betriebliche Ergebnis beläuft sich auf 45,4 (87,7) Mio. Euro. In der Folge erreicht das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertung mit 758,3 (771,2) Mio. Euro nahezu das Vorjahresniveau.

Die Risikovorsorge für das Kreditgeschäft liegt mit 7,3 (42,7) Mio. Euro auf einem sehr niedrigen Niveau und 89,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Bewertungsergebnis beläuft sich auf -118,2 (350,4) Mio. Euro zurück. Dieser Wert erklärt sich zum einen aus einem ausgesprochen hohen Vorjahreswert, der durch Sondereffekte aus Anteilsverkäufen (Landesbank Berlin, LHI) geprägt war, die wiederum zur Stärkung der allgemeinen Bankreserven genutzt worden waren. Zum anderen wirkt sich die Finanzkrise mit voraussichtlich rund -165 Mio. Euro auf das Bewertungsergebnis aus. Die NORD/LB schätzt diese Größenordnung angesichts des Ausmaßes der Verwerfungen an den Kapitalmärkten weiterhin als vergleichsweise überschaubar und für die Bank verkraftbar ein, was auch darauf zurückzuführen ist, dass die NORD/LB kein Subprime-bezogenes Geschäft im Portfolio hat und damit nur indirekt von der US-Hypothekenkrise betroffen ist. Nach Risikovorsorge und Bewertung steigt das vorläufige Betriebsergebnis für das Geschäftsjahr 2007 um 4,2 Prozent auf 632,9 (607,5) Mio. Euro.

Der Return-on-Equity beläuft sich auf 12,4 (11,6) Prozent. Die Cost-Income-Ratio liegt bei 54,4 (52,7) Prozent. (Hinweis: Alle Angaben zum Jahresergebnis 2007 sind vorläufige Zahlen nach HGB und können sich ggf. noch verändern.)

Das Geschäftsvolumen des Konzerns stieg zum 30.09. um 7,7 Prozent auf 254,4 (Jahresultimo 2006: 236,3) Mrd. Euro, die Bilanzsumme legte im gleichen Zeitraum um 6,9 Prozent auf 217,2 (203,1) Milliarden Euro zu. Das Kreditvolumen lag mit 176,8 (166,4) Mrd. Euro ebenfalls über dem Vorjahresniveau.

NORD/LB rechnet mit zweistelligem Wachstum bei Erträgen

Im Frühjahr des kommenden Jahres werde die NORD/LB ihren Jahresabschluss und den Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2007 erstmals auf IFRS vorlegen, kündigte Rehm an. Die aufsichtsrechtliche Kernkapitalquote bleibe klar über 7 Prozent, die Auswirkungen der Umstellung auf die Eigenkapitalbasis seien damit nur marginal. Auch die Systeme für die Internen Ratings sowie für die Eigenkapitalunterlegung gemäß Basel II seien plangemäß installiert und startbereit. Die Prüfungen durch die Bundesbank wurden zeitgerecht abgeschlossen, die Bafin habe dem Einsatz der neuen Systeme zugestimmt.

Mit Blick auf das Jahr 2008 geht die NORD/LB davon aus, dass das erste Halbjahr weiterhin durch eine schwierige Finanzmarktlage geprägt sein wird. "Nichtsdestotrotz erwarten wir in Euroland ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,8 Prozent und daraus resultierend ein gesundes Neugeschäft für die Bank", so Rehm. "Wir planen, unseren Marktantritt weiter auszubauen, und gehen für das kommende Geschäftsjahr von einem zweistelligen Wachstum bei den operativen Erträgen aus."

Quelle: Pressemeldung NORD/LB Norddeutsche Landesbank Girozentrale

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