Green Building oder Greenwashing?

13.08.2010 | Hamburg
Nachhaltige Immobilien sind derzeit auf dem Vormarsch.. Zertifizierungen sind wenig vergleichbar und verwirren die Anleger, Wölbern Invest begrüßt deshalb Bestrebungen zur Vereinheitlichung

Nachhaltig errichtete Immobilien, so genannte Green Buildings, sind aktuell in aller Munde: Kaum ein geschlossener Immobilienfonds investiert noch in Objekte ohne Nachhaltigkeitssiegel, so scheint es. Zertifizierungen sollen die hochwertigen Immobilien klar kennzeichnen und Mietern und Investoren eine Einschätzung zur Gebäudequalität ermöglichen. Allerdings bestimmen derzeit viele verschiedene nationale Einzellösungen die Immobilien-Branche weltweit: Am bekanntesten sind die Bewertung nach BREEAM aus Großbritannien, das LEED-Zertifikat aus den USA oder hierzulande das DGNB-Siegel der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen. Allein in Europa gibt es mehr als 12 verschiedene Zertifizierungs-Möglichkeiten für Immobilien. "Anleger finden diese Vielfalt oft verwirrend und wenig aussagekräftig für die Güte eines Immobilien-Investments", sagt Roman Menzel, Vertriebsleiter der Wölbern Invest KG "und sie haben völlig Recht."

Das Problem: Zertifizierungen sollen Immobilien vergleichbar machen - sind es aber selbst nicht. Manche Zertifizierungen prüfen viele Parameter, während andere nur einige wenige herausgreifen. "Solche Bewertungen kratzen nur an der Oberfläche", sagt Menzel. Hinzu kommt: Die verschiedenen Bewertungssysteme setzen bei unterschiedlichen Bau- und Planungsphasen einer Immobilie an und betrachten verschiedene Kriterien.

Ein Vergleich mehrerer Objekte sei so kaum möglich. Das beeinträchtigt sowohl die Anleger bei der Auswahl ihres Investments, als auch die Mieter: Viele internationale Unternehmen haben strenge Corporate Governance-Vorgaben und mieten ausschließlich Gebäude nach dem Standard ihres Herkunftslandes. "Darum sind manche Objekte gleich doppelt zertifiziert. Das ist kostenintensiv und wenig effizient" kritisiert der Vertriebsleiter.

Dabei haben Zertifizierungen ihre Berechtigung. Für viele Immobilien sind sie Alleinstellungsmerkmal und Wettbewerbsvorteil, denn Green Buildings schützen nicht nur die Umwelt, sondern sparen Kosten und haben bessere Vermarktungschancen bei Vermietung und Verkauf. Das kommt den Investoren zugute und belebt die Konkurrenz. Das Ziel müsse aber

Vergleichbarkeit und Transparenz mit einschließen. Wölbern Invest begrüßt deshalb die Bestrebungen zur Vereinheitlichung der Zertifizierungsprozesse weltweit. "Zentral ist doch die Rentabilität einer Immobilie", sagt Menzel. "Green-Building-Labels sind dazu ein Hinweis, denn Nachhaltigkeit bedeutet immer auch Qualitätssicherung." Stimmt die Gebäudequalität sowie Standort und Mieter, spricht alles für ein Investment - gegebenenfalls auch ohne ein Nachhaltigkeits-Siegel.

Quelle: Pressemeldung Wölbern Invest KG

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