Einweihung des Neubaus am Wissenschaftszentrum Straubing

08.05.2009 | München
Ein großer Tag für den Gäuboden: Am 8. Mai 2009 wurde am Wissenschaftszentrum Straubing der Laborneubau eingeweiht. Er wird die Forschung und Lehre am Standort Straubing unter einem Dach vereinen. Das im März 2006 begonnene Bauvorhaben für ca. 20 Mio. € wurde im Januar 2009 fertig gestellt.

Der Laboratoriumsneubau nach dem Konzept der Münchner Architekten Nickl & Partner umfasst rund 2.800 m² Hauptnutzfläche, verteilt auf insgesamt vier Stockwerke. Kennzeichnend für das Gebäude ist die von Weitem sichtbare, weiße Sonnenschutzfassade, die das Gebäude von drei Seiten umgibt. Ebenso imposant wirkt die sich über drei Stockwerke erstreckende verglaste Eingangsfassade. Im Inneren ermöglichen Hightech-Labore, moderne Büroräume und eine multifunktional nutzbare Technikumshalle den Wissenschaftlern beste Bedingungen für die Forschung.

Der Präsident der TU München und Vorsitzende des Koordinierungsrats, Professor Wolfgang A. Herrmann, freut sich besonders über die moderne Ausstattung der Laboratorien: "Die Biogenen Rohstoffe setzen anspruchsvolle interdisziplinäre Forschung voraus, um mittelfristig Alternativen für die fossilen Industrierohstoffe Erdöl und Kohle zu bieten. Wir sind im Straubinger Kompetenzzentrum unserer Zeit voraus. Bayern setzt die Maßstäbe für die Erforschung des industriellen Nutzungspotenzials jener Rohstoffe, die uns die Natur kontinuierlich nachliefert. Die stattlichen Investitionen in den Neubau sind ein thematisch stimmiger Beitrag zur Glaubwürdigkeit einer nachhaltigen Forschungspolitik."

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer sieht in der Eröffnung des Neubaus für das Wissenschaftszentrum ein starkes Signal für die Wissenschaftsstadt Straubing und ganz Bayern. Seehofer: "Die Nachwachsenden Rohstoffe sind ein echtes Zukunftsthema, das in seiner globalen Bedeutung weiter steigen wird. Mit dem Straubinger Wissenschaftszentrum ist Bayern auf diesem Gebiet ganz vorne dran. Das Kompetenzzentrum Straubing mit seinem Wissenschafts-, Technologie- und Förderzentrum belegt eindrucksvoll, dass herausragende wissenschaftliche Forschung nicht nur in den Ballungszentren, sondern auch in der Region stattfindet. Wie hier fünf Hochschulen, Wirtschaft und Industrie in vorbildlicher Kooperation an einem Strang ziehen, macht Straubing europaweit einzigartig."

Für Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch verkörpert das Wissenschaftszentrum zentrale Forderungen und Chancen einer modernen Hochschulpolitik für das 21. Jahrhundert: "Mit seiner hochschul- und hochschulartübergreifende Zusammenarbeit überwindet das Wissenschaftszentrum vermeintliche Grenzen innerhalb der bayerischen Hochschullandschaft. Durch seine Kooperationen mit zahlreichen Partnern aus Industrie und Wirtschaft steht es für die zielgerichtete Zusammenarbeit der Forschung mit der Wirtschaft. Und nicht zuletzt zeigen sich gerade auf dem Gebiet der Nachwachsenden Rohstoffe die Chancen einer europäischen Forschungspolitik - das Thema Energie und Nachhaltigkeit steht im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm im Zentrum der Aufmerksamkeit!"

Mit dem Neubau hat sich das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing einen Traum erfüllt. Neben den bisherigen Gebäuden (früheres Franziskanerkloster, Betriebshof, Hauptgebäude, Technikum sowie diverse Gewächshäuser und Außenlager) steht nun das Gebäude des Wissenschaftszentrums. In diesem Neubau findet auch der Lehr- und Forschungsbetrieb für den neuen Studiengang statt. "Mit diesem Neubau sind ausgezeichnete Rahmenbedingungen für Spitzenforschung im Bereich der Nachwachsenden Rohstoffe geschaffen worden", so TUM-Lehrstuhlinhaber und Gründungsdirektor des Wissenschaftszentrums, Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich.

Zusätzlich zu dem Hightech-Forschungszentrum bekam Straubing im Oktober 2008 den neuen, interdisziplinär angelegten Master-Studiengang Nachwachsende Rohstoffe: Er umfasst die gesamte Wertschöpfungskette der Nachwachsenden Rohstoffe, von Pflanzenzüchtung und Anbau über die Ernte, die energetische und stoffliche Verwertung bis hin zum Marketing der entstandenen Produkte. Wirtschaftliche und ökologische Aspekte des Anbaus und der Nutzung Nachwachsender Rohstoffe werden ebenso behandelt. Durch die enge Kooperation der TU München mit der FH Weihenstephan sowie Universität und Hochschule Regensburg und Hochschule Deggendorf verbindet der Studiengang universitäre Grundlagenforschung und ausgeprägten Praxisbezug in idealer Weise. Dadurch haben die Absolventen sehr gute Berufsaussichten.

Der Zeitpunkt der Eröffnung des Neubaus ist für die Stadt Straubing günstig: Energie- und Rohstofftechnologien erleben in Zeiten des Klimawandels einen wahren Boom. Nachwachsende Rohstoffe und Nachhaltigkeit im Umgang mit Ressourcen stehen ganz im Zentrum des Bewusstseins von Bürgern, Wirtschaft und Politik.

Quelle: Pressemeldung Technische Universität München

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