Doppstadt-Betriebsrat will 1,5 Mio. Euro

18.09.2008 | Hamburg
Betriebsrat will gegen Millionenzahlung ausscheiden

Die Auseinandersetzungen zwischen dem Betriebsrat und der Doppstadt Calbe GmbH haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Alle neun bisher amtierenden Betriebsräte und ein Ersatzmitglied des Betriebsrats haben ihr Ausscheiden aus dem Betrieb gegen Zahlung einer Gesamtsumme von 1,5 Millionen Euro angeboten. "Wir sind schockiert und entsetzt angesichts dieser Millionenforderung", sagt Geschäftsführer Klaus Denkewitz. "Wir glauben, dass diese Forderung so kurz nach der Freigabe unseres Investitionsprogramms zur Sicherung und zum Ausbau des Standorts Calbe kein Zufall ist. Sollten wir dieser Forderung nahe treten, so müssen wir ggf. unser auf bis zu zehn Millionen Euro angelegtes Investitionsprogramm zusammenstreichen - zu Lasten der Standortsicherung und der Sicherung unserer Arbeitsplätze." Nach monatelang andauernden Auseinandersetzungen, in denen das Unternehmen, seine Leitung und ein weit überwiegender Teil der Belegschaft den Betriebsrat immer wieder gebeten hatten, Neuwahlen zuzulassen, signalisierte dieser erstmals am Mittwoch ein mögliches Einlenken. Zur Überraschung der Unternehmensleitung und auch aller Mitarbeiter hat der Betriebsrat sein Angebot für Neuwahlen an sein vollständiges Ausscheiden aus dem Unternehmen geknüpft und dies mit der Forderung auf eine Ausgleichszahlung verbunden, die sich für alle zehn Mitarbeiter auf den Betrag von 1,5 Millionen Euro summiert. "Es ist für alle unfassbar, dass ein Betriebsrat sich derart unsolidarisch mit seinen Kollegen im Betrieb zeigt", so Denkewitz weiter, "unterstützt solche maßlosen Forderungen auch die IG Metall?" Dass der Betriebsrat schon seit langem nicht mehr die Interessen der Belegschaft vertritt, ist bereits seit dem Frühjahr klar, als sich ein Großteil der Belegschaft in Form der "Initiative Pro Doppstadt" gegen den eigenen Betriebsrat solidarisierte und schließlich sogar zum Arbeitsgericht ging, um über diesen Weg eine Amtsenthebung des Betriebsrats zu erreichen. Der Bürgermeister von Calbe, Dieter Tischmeyer, der am Donnerstag mit der Geschäftsleitung zu einem Informationsgespräch über die anstehenden Rekordinvestitionen im Werk zusammengekommen war, zeigte sich ebenfalls entsetzt. Bürgermeister Tischmeyer hat mahnend auf die Betriebsratsmitglieder eingewirkt, um die Rekordinvestitionen von bis zu 10 Millionen Euro nicht zu gefährden. Der gesamte Betriebsrat zeigte Unverständnis für die mahnenden Worte des Bürgermeisters, mit der Folge, dass Bürgermeister Tischmeyer das Gespräch mit dem Betriebsrat beendet hat.

Quelle: Pressemeldung german communications dbk ag

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